| Kommentar |
In der politischen Führungsschicht Roms, der im 4. Jh. v. Chr. entstandenen patrizisch-plebejischen Nobilität, war militärischer Ruhm – erworben als junger Offizier in der ersten Schlachtreihe oder als Feldherr – das zentrale Mittel zum Aufstieg innerhalb der Ämterhierarchie. Jedoch mit Beginn des 2. Jh. v. Chr. eröffneten die aus dem griechischen Osten in Rom Verbreitung findenden Techniken der Rhetorik und Jurisprudenz den jungen nobiles bisher unbekannte zivile Betätigungsfelder und Aufstiegschancen. Ihre schwindende Bereitschaft, sich in jungen Jahren den Gefahren des Schlachtfeldes aussetzen, mithin ihre fortschreitende Dequalifizierung im militärischen Bereich und deren gravierende Folgen für die römische Republik bis ins 1. Jh,. v. Chr. sollen im Seminar detailliert nachgezeichnet werden.
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| Literatur |
- W. Blösel, Die römische Republik: Forum und Expansion, München ²2021, S. 140-154; 266-270. - W. Blösel, Die Demilitarisierung der römischen Nobilität zwischen Sulla und Caesar, in: W. Blösel & K.-J. Hölkeskamp (Hgg.), Von der militia equestris zur militia urbana. Prominenzrollen und Karrierefelder im antiken Rom, Stuttgart 2011, 55-80.
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