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Ist das Zeitalter der Globalisierung vorbei? Jahrzehntelang galt das Vorantreiben von Globalisierungsprozessen als gemeinsames Ziel für weite Teile des politischen Spektrums, wenngleich mit jeweils unterschiedlichen Präferenzen für deren konkrete Ausgestaltung. Harte Gegenpositionen waren zumeist auf kapitalismuskritische Stimmen weit links der Mitte und antiliberale Positionen weit rechts der Mitte beschränkt. In der jüngsten Vergangenheit sind jedoch starke Deglobalisierungsprozesse zu beobachten, die nicht zuletzt durch die Machtübernahme rechtspopulistischer und rechtsextremer Parteien in Gang gesetzt oder beschleunigt worden sind. Der einstige politische Mainstream, der Globalisierung grundsätzlich positiv bewertet und entsprechend verteidigt, ist somit auch elektoral spürbar auf dem Rückzug.
Dieses Seminar befasst sich mit Tendenzen der Globalisierung und Deglobalisierung seit dem Zweiten Weltkrieg, wobei es einen Schwerpunkt auf Fragen ökonomischer Entwicklung und ökologischer Nachhaltigkeit legt. Nach einer Einführung in zentrale Theorien und Konzepte werden ausgewählte Themen im Rahmen dieses Schwerpunktes besprochen. Das grundlegende didaktische Vorgehen dabei ist, Globalisierungs- und mögliche Deglobalisierungstendenzen im selben Bereich über zwei Sitzungen hinweg zu kontrastieren. Zu Beginn einer jeden Sitzung soll es in einer „Aktuellen Stunde“ schlaglichtartig (im Rahmen 15-minütiger Präsentationen) um Entwicklungen der letzten Woche gehen, die zum Seminarthema passen.
Das Seminar deckt die folgenden Themen ab:
- Theorien und Konzepte der (De-)Globalisierung
- Lang- und kurzfristige Entwicklungen in konkreten Politikfelder (Handel, Entwicklung, Umwelt, Technologie)
- Gegenwärtige Entwicklungen im Rahmen einer studentisch verantworteten „Aktuellen Stunde“
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