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Literarhistorisches Seminar II - Einzelansicht

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Grunddaten
Veranstaltungsart Seminar Langtext
Veranstaltungsnummer Kurztext
Semester SoSe 2026 SWS
Erwartete Teilnehmer/-innen Max. Teilnehmer/-innen
Credits Belegung Belegpflicht
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Sprache Deutsch
Belegungsfrist Anmeldefrist Germanistik Seminare    16.03.2026 - 22.05.2026    aktuell
Einrichtung :
Germanistik
Termine Gruppe: G1 iCalendar Export für Outlook
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Di. 08:00 bis 10:00 wöch. 05.05.2026 bis 21.07.2026  R11T - R11 T04 C45   PD Dr. Florian Trabert: Mythos Tell - von Schiller bis zur Gegenwart   30 Präsenzveranstaltung
Gruppe G1:
 
Termine Gruppe: G2 iCalendar Export für Outlook
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Fr. 14:00 bis 16:00 EinzelT am 17.04.2026 R11T - R11 T03 C54   Abdel-Karim; Online-Vorbesprechung Raum für Zoom-Sitzung   30 E-Learning
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Fr. 14:00 bis 19:00 EinzelT am 15.05.2026 R11T - R11 T03 C20   Abdel-Karim   30 Präsenzveranstaltung
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Fr. 14:00 bis 19:00 EinzelT am 12.06.2026 R11T - R11 T03 C05   Adel-Karim   30 Präsenzveranstaltung
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Sa. 09:00 bis 17:00 EinzelT am 16.05.2026 R11T - R11 T03 C20   Abdel-Karim   30 Präsenzveranstaltung
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Sa. 09:00 bis 17:00 EinzelT am 13.06.2026 R11T - R11 T03 C82   Abdel-Karim   30 Präsenzveranstaltung
Gruppe G2:
 
Termine Gruppe: G3 iCalendar Export für Outlook
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Fr. 07:00 bis 17:00 EinzelT am 29.05.2026 R11T - R11 T03 C75   Dr. Roger Stein: Sexualität und Selbstbestimmung   30 Präsenzveranstaltung
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Sa. 09:30 bis 12:00 EinzelT am 18.04.2026     Dr. Roger Stein: Sexualität und Selbstbestimmung; verbindliche Vorbesprechung online   30 E-Learning
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Sa. 09:00 bis 17:00 EinzelT am 25.04.2026 R11T - R11 T03 C38   Dr. Roger Stein: Sexualität und Selbstbestimmung   30 Präsenzveranstaltung
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Sa. 09:00 bis 17:00 EinzelT am 30.05.2026 R11T - R11 T03 C38   Dr. Roger Stein: Sexualität und Selbstbestimmung   30 Präsenzveranstaltung
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Termine Gruppe: G4 iCalendar Export für Outlook
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Mi. 16:00 bis 18:00 wöch. S06S - S06 S00 B29   Liamin: Hugo v. Hofmannsthal: Lyrik, Drama, Prosa   30 Präsenzveranstaltung
Gruppe G4:
 
Termine Gruppe: G5 iCalendar Export für Outlook
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Fr. 14:00 bis 16:00 EinzelT am 17.04.2026 R11T - R11 T03 C93   Iser; Online-Vorbesprechung, Raum für Zoom-Sitzung   30 E-Learning
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Fr. 14:00 bis 18:00 EinzelT am 29.05.2026 R11T - R11 T03 C63   Iser   30 Präsenzveranstaltung
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Fr. 14:00 bis 18:00 EinzelT am 19.06.2026 R11T - R11 T03 C38   Iser   30 Präsenzveranstaltung
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Sa. 10:00 bis 18:00 EinzelT am 30.05.2026 R11T - R11 T03 C63   Iser   30 Präsenzveranstaltung
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Sa. 10:00 bis 18:00 EinzelT am 20.06.2026 S06S - S06 S00 B29   Iser   30 Präsenzveranstaltung
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Termine Gruppe: G6 iCalendar Export für Outlook
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Do. 18:00 bis 20:00 EinzelT am 16.04.2026 R11T - R11 T03 C20   Wollmann: VORBESPRECHUNG   30 Präsenzveranstaltung
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Sa. 09:00 bis 17:00 EinzelT am 30.05.2026 R11T - R11 T03 C82   Wollmann   30 Präsenzveranstaltung
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Sa. 09:00 bis 17:00 EinzelT am 20.06.2026 S06S - S06 S01 B29   Wollmann   30 Präsenzveranstaltung
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Sa. 09:00 bis 17:00 EinzelT am 27.06.2026 R11T - R11 T03 C54   Wollmann   30 Präsenzveranstaltung
Gruppe G6:
 


Zugeordnete Personen
Zugeordnete Personen Zuständigkeit
Stein, Roger , Dr.
Trabert, Florian , PD Dr.
N.N., 
Zuordnung zu Einrichtungen
Germanistik
Inhalt
Kommentar

Bitte beachten: Die Lehrbeauftragten haben aus technischen Gründen noch keine Uni-Mailadresse. Bitte gedulden Sie sich wenige Tage, dann können Sie die Lehrbeauftragten kontaktieren. 

 

Gruppe 1: Mythos Tell (PD Dr. Florian Trabert)  - Achtung: Beginn des Seminars am 05.05.2026

Rütlischwur, hohle Gasse und natürlich der Apfelschuss – kaum ein anderes Drama Friedrich Schillers enthält so viele prägnante und einprägsame Szenen wie Wilhelm Tell. Als Verkörperung eines ungebrochenen Freiheitswillens dient die Haupt- und Titelfigur bis zum heutigen Tag als Projektionsfläche, zumal Schiller mit seinem Stück einen entscheidenden Beitrag zur Mystifizierung Tells als Schweizer Nationalheld geleistet hat. Die hohe Popularität des Stücks manifestiert sich auch in zahlreichen Adaptionen des Stoffs als Oper, Film oder Comic.

Bei einer genaueren Lektüre kommen jedoch Zweifel an einer affirmativen Interpretation des Stücks als Darstellung eines erfolgreichen Freiheitskampfs auf, zumal gerade der Protagonist auch problematische Charakterzüge aufweist, die ihn nur bedingt als Identifikationsfigur taugen lassen. Vielmehr werden in Schillers Drama bis zum heutigen Tag aktuelle und brisante Fragen wie die Verantwortung des Individuums für sich selbst und andere sowie die handlungsleitende Funktion von Geschichts- und Zeitkonzeptionen verhandelt. Bereits Gottfried Keller in seinem realistischen Roman Der Grüne Heinrich, aber auch Autoren des 20. und 21. Jahrhundert wie Max Frisch und Joachim B. Schmidt haben hierin Anknüpfungspunkte gefunden, um den Stoff einer nachhaltigen Dekonstruktion zu unterziehen.

Gegenstand der Seminararbeit sollen gleichermaßen Schillers Drama wie die skizzierten Rezeptionslinien sein, so dass ein Bogen von der Weimarer Klassik bis zur Gegenwart gespannt wird. Dabei werden wir uns schwerpunktmäßig mit literarischen Bearbeitungen des Stoffs beschäftigen, aber auch Adaptionen in anderen Medien einbeziehen.

Literaturangaben:

Utz, Peter: Die ausgehöhlte Gasse. Stationen der Wirkungsgeschichte von Schillers Wilhelm Tell, Königsstein/Taunus 1984.

Trabert, Florian: Affirmation und Kritik des modernen Zeitregimes bei Friedrich Schiller, Heinrich Heine und Gottfried Keller. Konzeptionen von Zeit und Geschichte 1789-1890, Berlin u.a. 2025.

 

Gruppe 2:  Neue Sachlichkeit (Meryam Abdel-Karim)

Tiefgreifende politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Umbrüche sowie eine Ambivalenz zwischen Krisenbewusstsein und Aufbruchsstimmung prägen die Kultur der Weimarer Republik (1918-1933). Untrennbar mit ihr verbunden ist die Literatur der Neuen Sachlichkeit, die sich zeitgenössisch relevanten Themen wie der Urbanisierung, der Herausbildung einer Massenkultur und Arbeitslosigkeit annimmt und sich auch in ihrer Darstellungsform vom ihr vorausgegangenen Expressionismus abgrenzen will: Der expressionistischen Vergeistigung, seiner Subjektivität und symbolreichen Sprache setzen die vergleichsweise zugänglichen Texte der Neuen Sachlichkeit Lebensnähe, Objektivität und Alltagssprache entgegen.

Das literaturhistorische Seminar versteht sich als eine Einführung in die Literatur der Neuen Sachlichkeit, die wir uns anhand der Lektüre ausgewählter Texte wie Erich Kästners Fabian. Die Geschichte eines Moralisten (1931), Gabriele Tergits Käsebier erobert den Kurfürstendamm (1931) und Irmgard Keuns Das kunstseidene Mädchen (1932) erschließen. Dabei sollen zentrale Grundlagen der Textanalyse wiederholt und die Diskussion literaturwissenschaftlicher Fragestellungen eingeübt werden.

Primärtextgrundlage: Erich Kästner: Fabian. Die Geschichte eines Moralisten. (Textausgabe ad libitum) Gabriele Tergit: Käsebier erobert den Kurfürstendamm. Hrsg. v. Nicole Henneberg. Frankfurt a.M. 2017. (ISBN 978-3-442-71556-5) Irmgard Keun: Das kunstseidene Mädchen. Klett 2004 (Editionen mit Materialien).

 

Gruppe 3: Sexualität und Selbstbestimmung – Konflikte der Geschlechterrollen vom fin de siècle bis zur Neuen Sachlichkeit (Dr. Roger Stein)

Das Seminar widmet sich der Analyse zentraler literarischer Werke, die den Konflikt zwischen individuellen Freiheitsbestrebungen und gesellschaftlichen Normen verhandeln. Wir untersuchen, wie Autorinnen und Autoren wie Wedekind, Frapan, Gerhard, Schnitzler und Keun soziale und moralische Strukturen ihrer Zeit literarisch reflektieren und teilweise subversiv untergraben.
Ein Schwerpunkt liegt auf der Darstellung von Frauenfiguren, die gegen bürgerliche Erwartungen, patriarchale Zwänge und moralische Dogmen ankämpfen. In Wedekinds Drama Lulu wird die Macht von Sexualität und Leidenschaft ebenso thematisiert wie die Kritik an ästhetischen und gesellschaftlichen Normen. Frapans Novellen und Gerhards Pilgerfahrtzeigen Frauen, die Selbstbestimmung und berufliche Unabhängigkeit suchen. Schnitzlers Therese und Keuns Gilgi beleuchten das Spannungsfeld zwischen moralischem Anspruch und realer Lebenspraxis, von familiären Verpflichtungen bis hin zu den Herausforderungen des urbanen Großstadtlebens.
Das Seminar verbindet literarische Textanalysen mit kultur- und genderhistorischen Kontexten, diskutiert zeitgenössische philosophische Diskurse und erarbeitet, wie Literatur als Spiegel und Kritik gesellschaftlicher Moralvorstellungen fungiert. Ziel ist es, ein vertieftes Verständnis für die literarische Konstruktion von Identität, Freiheit und Moral im Übergang vom 19. zum 20. Jahrhundert zu entwickeln.

Werke (bitte lesen!)

  • Frank Wedekind: Lulu (1904)
  • Ilse Frapan: In der Stille. Novellen und Skizzen (1899)
  • Adele Gerhard: Pilgerfahrt (1902)
  • Arthur Schnitzler: Therese (1928)
  • Irmgard Keun: Gilgi, eine von uns (1931)

 

Gruppe 4:  Hugo von Hofmannsthal: Lyrik, Drama, Prosa (Dr. Sergej Liamin)

Im Juni 1923 spottet Karl Kraus in seiner Zeitschrift ‚Die Fackel‘ über den arrivierten Dichter, der seine literarische Produktion ausdrücklich in die Nachfolge der musterhaften Werke aus näherer und fernerer Vergangenheit eingereiht habe: „Die hundert Jahre, welche dazwischen, / werden weitere hundert wieder verwischen. / Nach tausend aber ist’s schon egal, / ob Goethe oder Hofmannsthal.“ Heute, genau nach jenen weiteren hundert Jahren, bleibt Hugo v. Hofmannsthal mit seinem Werk gerade dem breiteren Publikum auf zwei prominenten Schauplätzen gegenwärtig: in den Dichtungen für das Musiktheater, die dank der Kompositionen von Richard Strauss ihren festen Ort im weltweiten Repertoire haben, und in den Salzburger Festspielen, die, begründet 1920 in Kooperation mit Max Reinhardt, einen der jährlichen Höhepunkte im europäischen Kulturkalender setzen. Zugleich ist Hofmannsthal vielleicht der einzige Autor der klassischen Moderne, der sich in allen drei Hauptarten der Poesie mit vollendeter Virtuosität bewegt. Das stilistische Spektrum reicht von symbolistischen Experimenten, die auf die Krisenerfahrungen des Fin de Siècle reagieren, über die Adaption von griechischen Mythen, in denen der Blick auf die Antike aus zeitgenössischen Perspektiven neu fokussiert wird, bis zum neobarocken Welttheater, auf dem eine ästhetische Überwindung der Katastrophen von 1914 und 1918 stattfinden soll. Dabei agiert Hofmannsthal durchweg im Horizont der großen Traditionen der europäischen Literatur, welche in einem produktiven Dialog mit der eigenen Gegenwart erneuert werden. Das Programm beinhaltet eine repräsentative Auswahl aus dem dichterischen Œuvre, wobei möglichst viele literarische Gattungen exemplarisch berücksichtigt werden: Sonett und Lied, Terzine und Ballade, Geschichte und Märchen, Szenar und Brief, Tragödie und Komödie. Referaten soll gemeinsame Arbeit in der Diskussion vorgezogen werden.

Literatur: Mathias Mayer: Hugo v. Hofmannsthal, Stuttgart: Metzler, 1993 (= Sammlung Metzler, 273); Mathias Mayer / Julian Werlitz (Hg.): Hofmannsthal-Handbuch: Leben – Werk – Wirkung, Stuttgart: Metzler, 2016.

 

Gruppe 5: Autorinnen der Neuen Sachlichkeit (Philip Iser)

Unter dem Eindruck der modernen Großstadtgesellschaft, ihrer Krisen und Ungerechtigkeiten sowie in expliziter Abgrenzung vom Expressionismus entsteht in der Weimarer Republik eine literarische Strömung, die gemeinhin als »Neue Sachlichkeit« bezeichnet wird und die nüchterne, ›ungeschönte‹ Darstellung sozialer Realitäten in den Fokus nimmt. Das Seminar widmet sich den (programmatischen, literarischen, journalistischen) Beiträgen von Autorinnen zur neusachlichen Kulturproduktion und legt einen besonderen Schwerpunkt auf die Verhandlung von Geschlechter- und Klassenverhältnissen in ihrem Schaffen. Wir lesen kürzere und längere Texte u.a. von Paula Schlier, Gabriele Tergit, Vicki Baum, Irmgard Keun und Marieluise Fleißer und analysieren diese auf übergreifende Thematiken (z.B. Leben in der Großstadt, Emanzipation und Reaktion, Krise und Aufschwung), Figuren (z.B. Angestellte, Arbeitslose, ›Neue Frau‹) und Gestaltungsmuster (z.B. Montage, dokumentarisches Erzählen) hin.

Die zu lesende und ggf. anzuschaffende Literatur besprechen wir in der Einführungssitzung.

Gruppe 6: Gespenster der Romantik (Stephanie Wollmann)

Das Gespenst ist eine Figur des Dazwischen: Es gehört weder ganz der Welt der Lebenden noch der Welt der Toten an, weder der Vergangenheit noch der Gegenwart. Nicht bloß deshalb wurde es zu einer bevorzugten Figur der Romantik – einer literarischen Epoche, die das Grenzgebiet zwischen Realität und Imagination, zwischen Tages- und Nachtseite des Bewusstseins als ihren ureigenen Erfahrungsraum beanspruchte.

Das Seminar untersucht das romantische Gespenst im Spannungsfeld von Aufklärung und Irrationalem. Die Aufklärung hatte Geister und Gespenster konsequent aus dem Bereich des Wirklichen verbannt und in den Aberglauben verwiesen; die Romantik ruft sie zurück, aber verändert: Das romantische Gespenst ist kein naiv-volkstümliches Schreckgespenst mehr, sondern eine reflexive Figur, die den Wahrheitsgehalt der Wahrnehmung selbst in Frage stellt. Es markiert die Grenzen rationaler Welterschließung, spiegelt seelische Zustände und verweigert sich eindeutiger Interpretation.

Anhand exemplarischer Erzähltexte fragt das Seminar: Welche narrative und epistemische Funktion übernimmt das Gespenst in der romantischen Literatur? Wie wird Uneindeutigkeit erzählerisch inszeniert? Welche Verhältnisse zwischen Vernunft und Einbildungskraft, zwischen Individuum und kollektivem Gedächtnis werden dabei verhandelt?

Die Texte werden sowohl in ihrer literarhistorischen Kontextualisierung als auch mit Blick auf erzähltheoretische und kulturwissenschaftliche Fragestellungen gelesen.

Textgrundlage: Harald Neumeyer (Hg.): Gespenster (= Handliche Bibliothek der Romantik, Bd. 1). Zürich: Secession Verlag 2021.

Alle Primärtexte sind in der oben angegebenen Anthologie enthalten, die für das Seminar angeschafft werden muss. Die Lektüre der jeweils angegebenen Texte zur entsprechenden Sitzung wird vorausgesetzt. Die Forschungsliteratur zu den Texten wird zur Verfügung gestellt und muss ebenfalls zu den angegebenen Sitzungen vorbereitet werden.

 


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