Ankündigung für das medienwissenschaftliche Seminar im Sommersemester 2026
Gruppe 1: Peter Ellenbruch: Murnau, Dieterle, Siodmak und Lang - deutsche Filmregisseure und ihr internationales Werk
Das (klassische) Hollywood-Studiosystem ist auch für viele deutsche Filmregisseure zur Wirkungsstätte ihrer Arbeit geworden – einige sind dort aus freien Stücken hingegangen, andere fanden dort nach der erzwungenen Emigration eine Zuflucht. Selbstredend haben all diese Filmemacher Elemente der deutschen Filmkultur ihrer jeweiligen Zeit mitgebracht, die sich in der amerikanischen Filmgestaltung und -erzählweise niedergeschlagen haben. In diesem Seminar gilt es, Werke von vier (sehr berühmten) deutschen Regisseuren zu untersuchen, um Sensibilitäten für deren Stile und die Stileinflüsse zwischen deutschen und amerikanischen Kinoerzählungen zu erlangen (die auch teilweise bis heute nachwirken). Wenn Sie diesen Text bis hierher gelesen haben, bringen Sie doch bitte ein Portraitbild von einem der Regisseure in die erste Sitzung mit.
Literatur zur Vorbereitung: Wolfgang Jacobsen, Anton Kaes, Hans-Helmut Prinzler (Hg.): Geschichte des deutschen Films. Heidelberg: Springer ²2004.
Weitere Literatur wird während des Seminars über den Online-Semesterapparat zur Verfügung gestellt. Zu erbringende Studienleistungen werden im Seminar bekanntgegeben.
Gruppe 2: Dr. Anna Quednau: Theater jetzt!
Wenige Regionen in Deutschland versammeln so viele Theater auf relativ engem Raum wie das Ruhrgebiet. Dies wollen wir nutzen: Ziel des Seminars ist es, aktuelle Tendenzen des Theaters und der Dramatik zu erarbeiten und kritisch zu beleuchten.
Im Seminar sollen gemeinsam Inszenierungen der Ruhrgebietstheater angesehen, besprochen und analysiert werden. Gleichzeitig werden wir nach der Rolle des Theater im Medienverbund fragen und mediale Kennzeichen des Theaters sowohl theoretisch als auch in Bezug auf die besuchten Inszenierungen erarbeiten.
Alle, die Interesse haben, sich mit Tendenzen des Gegenwartstheaters und -dramas auseinanderzusetzen, vielleicht auch (Seh-)Gewohnheiten zu durchbrechen und gemeinsam Beobachtungen, Fragen und Wertungsprozesse zu beleuchten, sind zu dem Seminar herzlich eingeladen.
Unabdingbar für die Organisation des Seminars ist eine Anzahlung/Bezahlung (40 €) der Theaterkarten in der ersten Sitzung am 16.4.26. Nur wer in dieser Sitzung die Karten bezahlt oder dies vor Vorlesungsbeginn im Sekretariat bei Frau Fleischer-Pantazis (R11 T05 C34, +49 (0)201/183-4190) erledigt, kann am Seminar teilnehmen.
Das genaue Programm kann erst zu Beginn des Seminars festgelegt werden und hängt von den Spielplänen der Theater der Region ab, deswegen können auch die Termine für die einzelnen Theaterbesuche immer erst relativ kurzfristig festgelegt und abgestimmt werden.
Gruppe 3: Dr. Liane Schüller: Novellen und Erzählungen in Literatur und Film
Die literarhistorische Entwicklung der Novelle ist mit ihren unterschiedlichen, sehr heterogenen und nicht selten heiklen Definitionsversuchen sowie Abgrenzungen von anderen literarischen Formen hochinteressant. Im Seminar werden wir uns mit dem literarhistorischen Hintergrund, den spezifischen Charakteristika dieser besonderen Erzählform und mit ihrer engen Verwandtschaft zu anderen Prosaformen beschäftigen. Wir lesen und analysieren ausgewählte Novellen und Erzählungen und beschäftigen uns mit deren filmischen Adaptionen. Die hierbei zu beachtenden unterschiedlichen medienspezifischen Besonderheiten und Perspektiven werden wir gemeinsam im Seminar erarbeiten.
Die Text- und Filmauswahl wird in der 1. Seminarsitzung bekannt gegeben.
Gr. 4: Steinmayr: Die populäre Universität in Literatur und Film
Die Universität erscheint in der Gegenwart in allen möglichen Formen und Medien. Sie ist Thema im Feuilleton regionaler und überregionaler Zeitungen, in der sie kritisiert oder hofiert wird, auch in den Sozialen Medien wird sie thematisiert. Im Genre von "Dark academia" erlebt die Universitätsdarstellung einen erheblichen Boom. Gelesen werden folgende Texte: Donna Tartt: "Eine geheime Geschichte". Berlin 1992, Takis Würger "Der Club". Berlin 2017, Nikola Hotel: Dark Ivy: Wenn ich falle. Hamburg 2022 und dies.: Dark Ivy: Halt mich fest. Hamburg 2024. Serien wie "Die Professorin" (2021) auf Netflix, der Politzeiruf 110 " „Little Boxes“ (2023) und andere Serien und Filme werden ebenfalls besprochen. Ein digitaler Semesterapparat wird erstellt. Die Zugangsdaten erhalten Sie in der ersten Sitzung.
G5: Jörg Czarnetzki: Das Nibelungenlied und seine multimediale Rezeption
Das Nibelungenlied, ein um 1200 anonym entstandenes, mittelhochdeutsches Heldenepos, erzählt von dem sagenumwobenen Drachentöter Siegfried aus Xanten, der einem heimtückischen Verrat zum Opfer fällt, woraufhin seine geliebte Frau Kriemhild auf blutige Rache sinnt. Der Text stellt einen der berühmtesten Klassiker der deutschen Literaturgeschichte des Mittelalters dar und wurde im Jahre 2009 in das Register des UNESCO-Weltdokumentenerbes aufgenommen.
Insbesondere nach seiner Wiederentdeckung im 18. Jahrhundert setzte eine ebenso umfangreiche wie breit gefächerte Rezeption des Nibelungenlieds ein, die über dessen Aufstieg zum deutschen Nationalepos im 19./20. Jahrhundert hinaus bis in die Gegenwart reicht und sich durch einen hohen Grad an Multimedialität auszeichnet. Bezüglich der verschiedenen medialen Adaptionen zeigt sich, dass die Bereiche Kunst, Musik, Literatur und Film teils eng miteinander verwoben sind.
Im Seminar werden multimediale Aspekte der Rezeption analysiert, um herauszustellen, wie und wozu das Nibelungenlied im Spiegel der jeweiligen historischen Epochen rezipiert wurde und noch immer wird. Neben der Nibelungen-Rezeption in Kunst und Musik (Richard Wagners Oper „Der Ring des Nibelungen“, 1853) werden sowohl theatralisch-dramatische (Friedrich Hebbels Trauerspiel „Die Nibelungen“, 1861/66) als auch filmische Bearbeitungen (Fritz Lang: „Die Nibelungen“, 1924) des Stoffes untersucht. Thematisiert werden zudem Nacherzählungen des Werkes (Auguste Lechner, 1951 und Franz Fühmann, 1971), deren möglicher Einsatz im Deutschunterricht einer kritischen Reflektion unterzogen werden soll.
Literatur:
Bitte erwerben Sie zu Beginn des Seminars folgenden Reclam-Titel:
Das Nibelungenlied. Mittelhochdeutsch/Neuhochdeutsch
ISBN-13: 978-3150189146 (17,80 €)
Literaturhinweise sowie Angaben über die zu erbringenden Studienleistungen werden in der ersten Seminarsitzung bekanntgegeben.
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