Gruppe 1: Romantik (Prof. Dr. Corinna Schlicht) findet statt im Raum: R11 T03 C35
In diesem Seminar werden wir uns mit verschiedenen Autor*innen der Romantik, ihren Texten und ihren progammatischen Vorstellungen von dem, was denn "Romantik" ist, zu beschäftigen. Erwartet wird die Bereitschaft und das Interesse an der Lektüre verschiedener Märchen, Gedichte und Erzählungen. Eine ganze Reihe von Texten werden zur Verfügung gestellt, zwei Titel kaufen Sie bitte. Den Einführungsband von Stefan Matuschek lesen Sie bitte vorbereitend.
- Novalis: Hyazinth und Rosenblüte (wird zur Verfügung gestellt)
- Karoline von Günderrode: Timur und Mora (werden zur Verfügung gestellt)
- Joseph von Eichendorff: Die Zauberei im Herbste
- Kinder- und Hausmärchen der Grimms: Schneewittchen und Rumpelstilzchen (werden zur Verfügung gestellt)
- Louise Brachmann: Das Reich der Wünsche (wird zur Verfügung gestellt)
- Gedichte der Romantik (werden zur Verfügung gestellt)
- E.T.A. Hoffmann: Das Fräulein von Scuderi (Reclam - kaufen)
- Stefan Matuschek: Die Romantik (Beck - kaufen)
Gruppe 2: Dr. Anna Quednau: Zur aktuellen Dramatik
In diesem Seminar werden wir uns mit Tendenzen der Gegenwartsdramatik beschäftigen. Was sind Themen unserer Zeit? Wie werden diese im Drama bzw. in der Postdramatik verhandelt? Wie sind aktuelle Theatertexte formal und sprachlich gestaltet? Wie kann man das Verhältnis von Text und Inszenierung charakterisieren? Diese und weitere Fragen werden uns im Laufe des Semesters vor allem in Hinblick auf weibliche Perspektiven interessieren und wir werden sie anhand von Texten verschiedener Dramatikerinnen exemplarisch erörtern und diskutieren. Zudem werden wir die besprochenen Stücke in die Entwicklungen der Dramatik der letzten 50 Jahre einordnen.
Teil des Seminars wird auch (mind.) ein Theaterbesuch sein, dessen genaue Modalitäten in der ersten Sitzung besprochen werden. Nach den Spielplänen der Theater und eventuell auch den Nominierten des Dramatikpreises der Mülheimer Theatertage wird sich das genaue Programm des Seminars gestalten.
Aktualisierung:
Bitte planen Sie folgende Theaterbesuche ein (genauere Infos in der ersten Sitzung):
Mi, 20.05., 19:30 Uhr: To My Little Boy, von Caren Jeß (Mülheimer Theatertage, Stadthalle Mülheim, Regie: Marie Bues)
Do, 21.05., 19:30 Uhr: Staubfrau, von Maria Milisavljević (Theater Oberhausen, Regie: Nele Schillo)
Bitte bringen Sie zur ersten Sitzung 20,- für die Theaterkarten mit.
Gruppe 3: PD Dr. Stefan Hermes: Bertolt Brecht. Ein Werküberblick
„Brecht gebrauchen, ohne ihn zu kritisieren, ist Verrat." (Heiner Müller)
Wenngleich Bertolt Brecht zu den besonders stark kanonisierten Autor:innen der deutschsprachigen Literatur zählt, geben seine Werke nach wie vor Anlass zur Kontroverse, und zwar speziell mit Blick auf ihre politischen Implikationen. Entsprechend werden wir im Seminar nicht zuletzt danach fragen, auf welche Weise Brecht sein Schreiben in den Dienst einer revolutionären Veränderung der Gesellschaft stellte – und welche ethischen und ästhetischen Probleme damit verknüpft sind.
Im Zentrum des Interesses sollen Brechts Dramen stehen, darunter Baal (UA 1922), Die Maßnahme (UA 1930), Mutter Courage und ihre Kinder (UA 1941) und Der gute Mensch von Sezuan (UA 1943): Besondere Relevanz kommt hier der Diskussion jener dramentheoretischen Innovationen zu, die sich mit den Begriffen ,Lehrstück' und ,episches Theater' verbinden. Allerdings werden wir uns auch einen kursorischen Überblick über Brechts lyrische Produktion verschaffen, indem wir exemplarische Gedichte aus seiner frühen Schaffensphase, aus der Zeit des Exils sowie aus seinen letzten Lebensjahren in der DDR untersuchen. Mithin wird das Seminar dazu beitragen, bereits vorhandene Kenntnisse sowohl der Dramen- als auch der Lyrikanalyse zu vertiefen und zu erweitern.
Vor Veranstaltungsbeginn anzuschaffen ist die Suhrkamp-Ausgabe von Brechts Baal. Drei Fassungen (hg. von Dieter Schmidt). Die weitere Seminarlektüre wird in der ersten Sitzung bekanntgegeben und teilweise zur Verfügung gestellt.
Gruppe 4: Prof. Dr. Lily Tonger-Erk: Bürgerliches Trauerspiel: Class, gender, race
Als das erste deutschsprachige bürgerliche Trauerspiel, G.E. Lessings Miß Sara Sampson, erscheint, ist es eine Sensation: Die Stärke des Gefühlsausdrucks, die realistische Psychologie, die natürlich wirkende Sprache und die wirklichkeitsnahe Familiendarstellung erscheinen dem Publikum überwältigend. „[D]ie Zuschauer haben drey und eine halbe Stunde zugehört, stille geseßen wie Statüen, und geweint“, berichtet Karl Wilhelm Ramler von der Uraufführung in Frankfurt/Oder am 10. Juli 1755. Das bürgerliche Trauerspiel grenzt sich in vielerlei Hinsicht von der klassizistischen Regelpoetik, insbesondere der heroischen Tragödie ab. Nicht Staatsangelegenheiten, sondern Familienkonflikte motivieren die Handlung; nicht der Hochadel, sondern der Mittelstand stellt die Figuren; nicht auf Bewunderung für den Helden, sondern auf Mitleid und moralische Besserung zielt die Wirkungsästhetik. Darüber hinaus untersucht das Seminar das bürgerliche Trauerspiel als einen Schauplatz, an dem Standesdifferenzen (class), Geschlechterverhältnisse (gender) und koloniale bzw. rassistische Wissensordnungen (race) literarisch verhandelt, stabilisiert und problematisiert werden.
Gelesen werden neben Lessings tragödientheoretischen Schriften u.a. Dramen von Lessing (Miß Sara Sampson, Emilia Galotti), Wagner (Die Kindermörderin), Schiller (Kabale und Liebe) und Kotzebue (Die Negersklaven).
Gruppe 5: WMA Tonger-Erk: Geschlecht, Begehren, Macht. Arthur Schnitzlers Literatur der Moderne
Arthur Schnitzler gehört zu den zentralen Autoren der literarischen Moderne um 1900 und gilt als einer der scharfsinnigsten Beobachter der psychischen, sozialen und moralischen Spannungen seiner Zeit. Seine Texte kreisen um die Fragilität bürgerlicher Identität, die Konflikte zwischen individuellem Begehren und gesellschaftlichen Normen sowie die Machtstrukturen, die Geschlechterverhältnisse und soziale Beziehungen prägen. Vor dem Hintergrund der Wiener Moderne und im Kontext der zeitgenössischen Entwicklungen in Psychologie, Medizin und Kultur – insbesondere der Psychoanalyse Sigmund Freuds – entwirft Schnitzler eine Literatur, die innere Zustände, verdrängte Wünsche und subjektive Wahrnehmungen in den Mittelpunkt stellt.
Im Seminar werden zentrale Texte Schnitzlers gelesen, darunter Leutnant Gustl (1900), Reigen (1903), Fräulein Else (1924) und die Traumnovelle (1926). Diese Werke verhandeln auf unterschiedliche Weise die Verflechtung von Geschlecht, Begehren und Macht: Sie zeigen sexuelle Beziehungen als soziale Austauschverhältnisse, machen die Abhängigkeit individueller Freiheit von gesellschaftlichen Konventionen sichtbar und legen die verborgenen Dynamiken von Blick, Kontrolle und Selbstwahrnehmung offen. Dabei stehen sowohl die Darstellung männlicher und weiblicher Subjektivität als auch die literarischen Verfahren im Fokus, mit denen Schnitzler psychische Prozesse und innere Konflikte gestaltet – etwa der innere Monolog, Perspektivführung und die Auflösung stabiler Identität.
Ziel des Seminars ist es, Schnitzlers Texte im Kontext der literarischen Moderne zu analysieren und ihre ästhetischen sowie kulturgeschichtlichen Dimensionen zu erschließen. Neben der inhaltlichen Analyse werden auch formale Aspekte und theoretische Zugänge berücksichtigt, insbesondere im Hinblick auf Geschlechterverhältnisse, Subjektkonstitution und die literarische Darstellung des Unbewussten.
Eine Literaturliste sowie weitere organisatorische Hinweise werden in der ersten Sitzung bekanntgegeben.
Gruppe 7: Dr. Philipp Böttcher: Erzählungen des 19. Jahrhunderts
In dem Seminar befassen wir uns mit kanonischen Erzählungen des 19. Jahrhunderts. Ziel des Seminars ist es, in Breite und Tiefe einen fundierten Überblick über die Literatur des 19. Jahrhunderts zu erwerben und sich mit zentralen Texten der deutschen Literaturgeschichte auseinanderzusetzen. Die Teilnahme am Seminar setzt die Bereitschaft zu umfangreicher Lektüre und regelmäßiger Mitarbeit voraus. Der genaue Seminarplan wird in der ersten Sitzung bekanntgegeben.
|