Das Proseminar widmet sich der kulturhistorischen und literarischen Aufarbeitung der Internationalen Brigaden im Spanischen Bürgerkrieg (1936–1939), mit besonderem Fokus auf Kämpfer*innen und Unterstützer*innen aus den historischen Regionen, die heute das Bundesland Nordrhein-Westfalen ausmachen. Ziel ist es, Studierenden einen interdisziplinären Zugang zu autobiografischen Schriften, literarischen Erzählungen, Gedichten sowie archivalischen Quellen zu vermitteln. Zu Beginn werden ausgewählte literarische Texte auf Spanisch gelesen und analysiert (z. B. von Max Aub, Luisa Carnés, César Vallejo, María Teresa León und Miguel Hernández). Anschließend werden deutschsprachige Bearbeitungen besprochen, darunter Eduard Claudius’ Roman Grüne Oliven und nackte Berge, der die Erfahrungen eines Gelsenkirchener Spanienkämpfers literarisch verarbeitet, und die nicht publizierten Memoiren der Wuppertaler Antifaschistin Cläre Quast.
Ein zentrales Element ist die Arbeit mit Primärquellen: Im Rahmen des Archivbesuchs im NS-DOK Köln werden wir historische Dokumente sichten, mit einer externen Expertin ein Gastseminar samt Workshop durchführen und den methodischen Umgang mit solchen Materialien praktisch erproben. In Kleingruppen recherchieren die Studierenden eigenständig zu Biografien einzelner sogenannter „Spanienkämpfer“ aus der Region, kontextualisieren diese historisch und literarisch und bereiten ihre Ergebnisse für eine digitale Plattform auf. Diese Mini-Edition umfasst die strukturierte Aufbereitung der recherchierten Daten, Kommentierung und Annotation der Quellen unter Einsatz von Methoden der Digital Humanities. Den Abschluss bildet eine zweitägige Exkursion nach Weimar und Buchenwald, die gemeinsam mit Studierenden des Hauptseminars „Buchenwald und Mauthausen als Gedächtnisorte in den Literaturen der Iberischen Halbinsel“ durchgeführt wird, um vor Ort die Verbindung zwischen antifaschistischer Erinnerung und der Nachgeschichte des Spanischen Bürgerkriegs kritisch zu reflektieren.
Die Bereitschaft zur vorbereitenden Lektüre und zur Teilnahme an den Sitzungen und Exkursionen wird vorausgesetzt.
Aufgrund der beiden Exkursionen findet das Seminar größtenteils als Blockveranstaltung statt, die Einzeltermine sind:
Donnerstag, 23.4., 14–16 Uhr (Einführungssitzung)
Donnerstag, 7.5., 14–18 Uhr (Lektüresitzung)
Donnerstag, 28.5., 10–16 Uhr (Archivbesuch in Köln)
Montag, 29.6.– Dienstag, 30.6., jeweils ganztägig (Gedenkstättenfahrt nach Weimar)
Donnerstag, 16.7, 14–16 Uhr (Abschlusssitzung)
Begleitete Selbstlernphasen in Kleingruppen in Vorbereitung auf die Exkursionen werden individuell abgestimmt.
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