Gruppe 1: Dr. Larissa Carolin Jagdschian: Fantastische Kinderliteratur nach 1945
Die fantastische Kinderliteratur hat sich seit den Kunstmärchen in der Romantik („Das fremde Kind“ von E.T.A. Hoffmann, „Die Elfen“ von Ludwig Tieck etc.) ausdifferenziert und prägt seitdem die Entwicklung des (west-)deutschen Kinder- und Jugendbuchmarkts. Allen voran dominieren nach 1945 fantastische Kinderromane von Michael Ende („Momo“), Otfried Preußler („Die kleine Hexe“, „Das kleine Gespenst“, „Der kleine Wassermann“), James Krüss („Der Leuchtturm auf den Hummerklippen“) oder Astrid Lindgren („Mio, mein Mio“, „Pippi Langstrumpf“). In den meisten fantastischen Kinderromanen erkunden Kinder eigenständig eine ihnen unbekannte (fantastische) Welt und erproben in diesen fantastischen Welten neue Formen und Ordnungen des sozialen Miteinanders. Diese Tendenz der Autonomisierung von Kindheit, die zum Abbau von autoritären Strukturen führte, ist dabei vor allem auf die Kinderomane von Astrid Lindgren zurückzuführen. Diesem umfangreichen Spektrum möchten wir uns exemplarisch zum einen aus diachroner Perspektive annähern, indem wir uns ausgehend von den Kunstmärchen aus der Romantik mit der Gattung der fantastischen Kinderliteratur nach 1945 in Westdeutschland beschäftigen. Zum anderen werden wir uns gemeinsam die Grundlagen der Analyse von Erzähltexten (Martinez/Scheffel 2018), Lyrik (Burdorf 2015) und Bilderbüchern (Staiger 2022) erarbeiten. Leitend sind Fragen wie: wer „spricht“ im Roman/Bilderbuch/Gedicht? In welcher zeitlichen Reihenfolge wird uns eine Geschichte erzählt? Welche Möglichkeiten gibt es, die Figuren zu beschreiben? Wo handeln die Figuren?
Gruppe 2: Dr. Bettina Oeste
Bei Studienbeginn liegt die eigene Lektüre von Kinderliteratur in der Regel schon einige Jahre zurück. Grund genug, um sich, in Vorbereitung auf den Schuldienst, diesem Thema erneut zu widmen. Mit dem Besuch der Veranstaltung sollen sich die angehenden Lehrer:innen einen Überblick auf das breite Angebot an Kinder- und Jugendmedien verschaffen: Neben Kinder- oder Jugendromanen gehören nämlich auch Bilderbücher, Erstlesebücher, Hörbücher oder -spiele, Comics, Theaterstücke, Kinder- und Familienfilme u. v. m. dazu, die potenziell im Unterricht eingesetzt werden können. Im Seminar picken wir uns einen zeitgenössischen Autor oder eine Autorin heraus, der oder die dieses Spektrum möglichst breitflächig abbildet, und schauen uns einzelne Textbeispiele näher an. Dabei sollen die ausgewählten Texte (oder Medien) im Hinblick auf Thematik und Motivik sowie auf zentrale Gattungsmerkmale analysiert werden. Hierzu werden die im Grundkurs (Lit I) erarbeiteten Theorien und literaturwissenschaftlichen Verfahren aufgegriffen und praktisch angewandt. Voraussetzung für eine erfolgreiche Teilnahme an diesem Seminar sind somit Grundkenntnisse der Literaturwissenschaft sowie die generelle Bereitschaft, sich auf Kinder- bzw. Jugendbücher einzulassen.
Im SoSe 2026 geht es um Andreas Steinhöfel, einen zeitgenössischen Kinder- und Jugendbuchautor mit sehr erfolgreichen Buchtiteln. Gemeinsam lesen wir folgende Lektüre, die von allen anzuschaffen ist: Rico, Oskar und die Tieferschatten / Rico & Oskar Band 1 in beliebiger Ausgabe aus dem Carlsen-Verlag, also bitte keine gekürzte Schulfassung!!!
Über LSF zugelassene Teilnehmer*innen erhalten rechtzeitig zu Semesterbeginn die Zugangsdaten für den entsprechenden Moodle-Kursraum, über den alle relevanten Informationen sowie die endgültigen Teilnahme- und Zulassungsbedingungen kommuniziert werden.
Gruppe 3 und Gruppe 6: Dr. Christina Lammer: Lisa Tetzners Literatur (das Seminar wird zweimal angeboten)
Das Seminar startet am 24.04.2026. Im Seminar lesen wir chronologisch ausgewählte Werke der Reihe "Die Kinder aus Nr. 67". Es empfiehlt sich, vor Seminarstart mit der Lektüre zu starten. Sie lesen bitte Band 1 und Band 2, und informieren sich eingehend über Band 4, 6, 7 und 8." Band 1: Erwin und Paul Band 2: Das Mädchen aus dem Vorderhaus Band 4: Das Schiff ohne Hafen Band 6: Mirjam in Amerika Band 7: War Paul schuldig? Band 8: Als ich wiederkam
Gruppe 4: Anna-Magdalena Schröder: Cyberspace und digitale Welten in der Kinder- und Jugendliteratur
Digitalität prägt den Alltag von (jungen) Menschen und hat längst auch Eingang in die Kinder- und Jugendliteratur gefunden, die Computerspiele, soziale Netzwerke oder virtuelle Realitäten aufgreift.
Von Letzteren erzählen sogenannte Cyberspace-Novels, die „zwar traditionelle Motive des Phantastischen nutzen wie Verwandlung, Zeitreise, Sprung in andere Welten, Gedankenlesen, aber diese […] durch den Einsatz von audiovisuellen Medien bzw. Computern motivieren“ (Gansel 2010: 146). Der Cyberspace erscheint dabei als Ort von Abenteuer, Identität- bzw. Selbstfindung, „Wirklichkeitsdehnung“ (Gansel 2010: 146) oder auch Manipulation. Das Seminar widmet sich zum einem dem Cyberspace in der aktuellen Jugendliteratur am Beispiel von Ursula Poznanskis (2020) Thriller "Cryptos". Die österreichische Schriftstellerin zählt zu den erfolgreichsten Jugendliteraturautor*innen im deutschsprachigen Raum und ihre Werke „[e]rzählen am Puls der Zeit“ (Lison/Standke 2025).
Das Seminar wirft zum anderen einen Blick auf die digitalen Welten in der Kinderliteratur anhand des Bilderbuchs "Lotta und Klicks von Benjamin Wockenfuß" (2019) und des illustrierten Kinderromans "Der Tag, an dem Oma das Internet kaputt gemacht hat" von Marc-Uwe Kling (2018).
Im Seminar werden wir uns gemeinsam die Grundlagen der Erzähltextanalyse (Martínez/Scheffel 2025, Lahn/Meister 2016) und der Bilderbuchanalyse (Staiger 2022) erarbeiten, um der Frage nachzugehen, wie die kinder- und jugendliterarischen Texte digitale Welten und damit verbundene Themen wie den Cyberspace, virtuelle Identitäten oder Grenzverschiebungen zwischen Realität und Virtualität erzählen.
Gruppe 5: Dr. Markus Engelns: Einführung in die Comicanalyse
Achtung: Die erste Sitzung findet via Zoom statt. Zugang per E-Mail/im Sprechstunden-Moodleraum von Markus Engelns. |