Gruppe 1: Dr. Antje Baumann: Musik im Deutschunterricht
Das Seminar möchte die Studierenden mit Vertonungen häufig im Deutschunterricht gelesener lyrischer Texte – unter anderem von Goethe, Eichendorff und Heine – vertraut machen, ihnen eine gewisse Sicherheit in der Beschreibung musikalischer Parameter wie Rhythmus, Metrum, Harmonik und Melodik vermitteln und anhand von Beispielen Anregungen für eigenes fächerübergreifendes Arbeiten geben. Dabei wird es darum gehen, Text und Musik miteinander in Beziehung zu setzen, dadurch weitere Deutungsebenen zu gewinnen und diese didaktisch zu nutzen. Daraus ergeben sich auch Anknüpfungspunkte zu Musik als Deutungsebene im Film. Notenkenntnisse werden nicht vorausgesetzt; jedoch die Bereitschaft, sich im Laufe des Semesters unter Anleitung entsprechende Grundkenntnisse anzueignen.
Gruppe 2: Carina Eckardt: Zwischen Lernform und Lernmedium – Gespräche im Literaturunterricht am Beispiel von Kurzprosa (inkl. Inklusion)
Das Seminar fokussiert Gespräche über literarische Texte, welche als Lernform und als Lernmedium zentraler Bestandteil schulischen Literaturunterrichts sind. Am Beispiel verschiedener Kurzprosatexte wie Kunstmärchen, Fabeln oder Kurzgeschichten gehen wir der Frage nach, inwiefern durch verschiedene Gesprächsformate das literarische Textverstehen ebenso wie die Fähigkeit zur Anschlusskommunikation gefördert werden kann. Im Zuge dessen werden wir verschiedene Gesprächsformate wie das Literarische Unterrichtsgespräch nach dem Heidelberger Modell oder das Vorlesegespräch im Seminar erproben. Zudem wird die Vorbereitung der Gesprächsformen durch die Lehrkraft in der Unterrichtsplanung und ihre Rolle bei der Durchführung verschiedener Gesprächsformen thematisiert. Darüber hinaus ist Gegenstand der Diskussion, welche Kriterien für die Textauswahl herangezogen werden können und wie die Eignung literarischer Texte für verschiedene Gesprächsformate festgestellt werden kann.
Der Seminarplan und die Bedingungen für den Erwerb der Studienleistung werden in der 1. Sitzung bekannt gegeben.
Gruppe 3: Carina Eckardt: Lesekompetenz vs. Literarische Kompetenz? Zwei Zielsetzungen des Literaturunterrichts im Fokus
Die Ergebnisse des Forschungsprojekts „Literarästhetische Urteils- bzw. Verstehenskompetenz“ (LUK) haben gezeigt, dass sich Literarische Verstehenskompetenz empirisch von allgemeiner Lesekompetenz abgrenzen lässt. Das Seminar verfolgt ausgehend von diesem Ergebnis eine doppelte Zielsetzung. Einerseits ist der Fokus auf Modelle der Lesekompetenz sowie die Möglichkeiten der Leseförderung im Literaturunterricht gerichtet. Andererseits sollen verschiedene Modelle der literarischen Kompetenz (z. B. semiotisches Modell nach Schilcher/Pissarek, BOLIVE-Modell nach Boelmann/Klossek/König) verglichen und hinsichtlich ihres Nutzens für die Schulpraxis reflektiert werden.
Der Seminarplan und die Bedingungen für den Erwerb der Studienleistung werden in der 1. Sitzung bekannt gegeben.
Gruppe 4: Prof. Dr. Magdalena Kißling: (inkl. Inklusion): Dramendidaktik
In dem Seminar lernen Sie verschiedene dramen- und theaterdidaktische Ansätze von analytischen bis spielorientierten Verfahren kennen, die in Form von Simulationen erprobt und mit Blick auf unterrichtliche Umsetzungsmöglichkeiten und -herausforderungen reflektiert werden. Eine grundsätzliche Bereitschaft, szenische Übungen vorzubereiten und durchzuführen wird erwartet. Voraussetzung ist neben der Auseinandersetzung mit Grundlagentexten das genaue Lesen ausgewählter (Dramen)Texte. Bitte beachten Sie, dass in dem Seminar ein Blockteil integriert ist (8.5.2026, 13-19 Uhr und 9.5.2026, 9-17 Uhr); dafür entfallen im laufenden Semester einzelne Sitzungen.
Vorbereitend zu lesen sind
- Bertolt Brecht: Furcht und Elend des Dritten Reiches
- Georg Büchner: Woyzeck
Einführende Literatur
- Scheller, Ingo (2016): Szenische Interpretation: Theorie und Praxis eines handlungs- und erfahrungsbezogenen Literaturunterrichts in Sekundarstufe I und II (4. Auflage). Klett/Kallmeyer.
- Lösener, Hans (2017): Gegenstimmen: Eine Dramendidaktik: mit Leseübungen zu Szenen aus Brechts Furcht und Elend des Dritten Reiches. Schneider Verlag Hohengehren.
Gruppe 5: Astrid Meirose: Kafka im Literaturunterricht:
Franz Kafkas Texte sind von einer eigentümlich dichten, geheimnisvollen und oft verstörenden Atmosphäre durchzogen. In ihrer Mehrdeutigkeit sind sie zugleich faszinierend wie herausfordernd. Trotz – oder gerade wegen – dieses Moments des Unverfügbaren zählen Kafkas Werke heute fest zum schulischen Lektürekanon. Im Seminar werden ausgewählte Texte zunächst eingehend analysiert, in ihren zentralen Motiven und Erzählstrukturen untersucht und im Kontext der literarischen Moderne verortet. Dabei stehen insbesondere solche Interpretationsansätze im Mittelpunkt, die für Lernende anschlussfähig und bedeutsam sind.
Ergänzend dazu werden aktuelle didaktisch-methodische Konzepte der Texterschließung vorgestellt, kritisch reflektiert und praktisch erprobt. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der konkreten Gestaltung von Lernprozessen: der sinnvollen Phasierung von Unterricht, der Formulierung kompetenzorientierter Unterrichtsziele sowie der Entwicklung differenzierter Aufgabenstellungen und geeigneter Aufgabenformate – auch unter Berücksichtigung der Lehrpläne.
Literatur:
Franz Kafka: Erzählungen (Reclam)
Swantje Ehlers: Studienbuch zur Analyse und Didaktik literarischer Texte. Baltmannsweiler 2011.
Gruppe 6: Dr. Liane Schüller: Erinnerungskulturelles Lernen I (inkl. Inklusion):
Literarische Texte stellen im Kontext des Erinnerungskulturellen Lernens ein wichtiges Erkenntnismittel für Lernende dar, um Gefühle des Fremden und Fremdartigen zu erfahren, mit persönlichen Perspektiven konfrontiert zu werden sowie durch das empathische Nachvollziehen zu einer reflexiv-wertenden Distanzierung und Urteilsbildung zu gelangen. Im Seminar werden wir anhand ausgewählter Texte und Filme didaktische und methodische Fragestellungen zum Thema ‚Erinnerungskulturelles Lernen' erarbeiten und diskutieren. Wir werden auch über Möglichkeiten sprechen, einen so herausfordernden Gegenstandsbereich, der in fiktionaler Weise oftmals reale Schicksale thematisiert, in den Unterricht zu integrieren und Aspekte des literarisch-medialen und des historisch-politischen Lernens berücksichtigen.
Der Seminarplan und die Bedingungen für den Erwerb der Studienleistung werden in der 1. Sitzung bekannt gegeben.
Gruppe 7: Dr. Liane Schüller: Erinnerungskulturelles Lernen II (Blockseminar):
s. Kommentar für Gruppe 6.
Im Rahmen des Seminars ist eine Exkursion geplant. Genaue Informationen hierzu gibt es in der 1. Sitzung.
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