| Kommentar |
Für Kindheiten und Jugenden in der späten Moderne lassen sich zwei gegenläufige Beobachtungen in Hinblick auf Geschlecht konstatieren: Auf der Seite wird die Geschlechterdifferenz dramatischer inszeniert als etwa in den 1980er oder 1990er Jahren. Im Zusammenspiel mit einem Gender Marketing, das sich seit der Jahrtausendwende etabliert hat, werden Spielzeuge, aber auch Lebensmittel oder Schulmaterialien, z.B. Erstlesebücher in einer Version für Jungen – zusammen mit einer konservativen Vorstellung von Männlichkeit – und einer für Mädchen angeboten. Ganz zu schweigen von Kleidung oder Schulranzen oder Kindergartentaschen, die mit dem Hinweis Mädchen- oder Jungenrucksack verkauft werden. Auf der anderen Seite haben Kinder und Jugendliche das Thema Transsexualität in viele Bildungsinstitutionen hineingetragen und verschiedene Sexualitäten werden sichtbarer.
In dem Seminar werden die Geschichte der erziehungswissenschaftlichen Geschlechterforschung in der Kindheit und Jugend rekapituliert, Ansätze von de- und rekonstruktiver Geschlechterforschung erarbeitet und aktuelle empirische Studien zu Geschlecht in Kindheit und Jugend mit einem Schwerpunkt auf Schule analysiert. Intersektionale Perspektiven erhalten dabei ebenso besondere Aufmerksamkeit wie Forschungen im Kontext der Queer Studies. Die Studierenden suchen sich in Projektgruppen gemeinsam einen Schwerpunkt in dieser Debatte, arbeiten das gewählte Thema auf und stellen das Erarbeitete am Ende des ersten Semesters vor. Im zweiten Semester werden eigene Forschungsprojekte zum Thema durchgeführt, deren Ergebnisse in dem Projektbericht präsentiert werden. |