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Literaturhistorisches Seminar III (Fach-BA) - Einzelansicht

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Grunddaten
Veranstaltungsart Seminar Langtext
Veranstaltungsnummer Kurztext
Semester SoSe 2026 SWS
Erwartete Teilnehmer/-innen Max. Teilnehmer/-innen
Credits Belegung Belegpflicht
Zeitfenster
Hyperlink
Sprache Deutsch
Belegungsfrist Anmeldefrist Germanistik Seminare    16.03.2026 - 22.05.2026   
Einrichtung :
Germanistik
Termine Gruppe: G1 iCalendar Export für Outlook
  Tag Zeit Rhythmus Dauer Raum Raum-
plan
Status Bemerkung fällt aus am Max. Teilnehmer/-innen E-Learning
Einzeltermine anzeigen
iCalendar Export für Outlook
Mi. 16:00 bis 18:00 wöch. R11T - R11 T04 C36   PD Dr. Stefan Hermes: Exillyrik   15 Präsenzveranstaltung
Gruppe G1:
Zur Zeit keine Belegung möglich
 
Termine Gruppe: G2 iCalendar Export für Outlook
  Tag Zeit Rhythmus Dauer Raum Raum-
plan
Status Bemerkung fällt aus am Max. Teilnehmer/-innen E-Learning
Einzeltermine anzeigen
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Do. 10:00 bis 12:00 wöch. R11T - R11 T03 C35   Prof. Dr. Corinna Schlicht: Romantik   10 Präsenzveranstaltung
Gruppe G2:
Zur Zeit keine Belegung möglich
 


Zugeordnete Personen
Zugeordnete Personen Zuständigkeit
Hermes, Stefan , apl. Prof. Dr.
Schlicht, Corinna , Prof. Dr.
Zuordnung zu Einrichtungen
Germanistik
Inhalt
Kommentar

Gruppe 1: PD Dr. Stefan Hermes: Exillyrik

Immer fand ich den Namen falsch, den man uns gab: Emigranten.
Das heißt doch Auswanderer. Aber wir
Wanderten doch nicht aus, nach freiem Entschluß
Wählend ein anderes Land. Wanderten wir doch auch nicht
Ein in ein Land, dort zu bleiben, womöglich für immer.
Sondern wir flohen. Vertriebene sind wir, Verbannte.
Und kein Heim, ein Exil soll das Land sein, das uns da aufnahm.

Bertolt Brecht

Bekanntlich hatte die Machtübernahme der NSDAP im Januar 1933 unter anderem zur Folge, dass zahlreiche Schriftsteller:innen gezwungen waren, das Reichsgebiet zu verlassen und sich auf unbestimmte Zeit im Ausland aufzuhalten, erst in Europa, bald auch auf anderen Kontinenten. Dort schufen einige von ihnen Werke, die zum Kernbestand der deutschsprachigen Literatur der Moderne zählen – nicht zuletzt in der Gattung der Lyrik, der sich das Seminar widmet. Analysieren werden wir also exemplarische Gedichte von Bertolt Brecht, Else Lasker-Schüler, Mascha Kaléko oder Nelly Sachs, aber auch von heute weniger prominenten Autor:nnen wie Erich Arendt, Johannes R. Becher, Hilde Domin oder Hans Sahl. Ergänzend soll eine Reihe politischer und poetologischer Schriften Berücksichtigung finden, in denen zentrale Gesichtspunkte des Lebens und Schreibens im Exil zur Sprache kommen.

Im skizzierten Zusammenhang sind vor allem folgende Fragen zu erörtern: Welches Bild vermitteln die Texte von den Zuständen im 'Dritten Reich' – und wie stellen sie die Lage im Exilland dar? Auf welche Weise wird das intrikate Verhältnis von (unerreichbarer) Heimat und (zusehends vertrauter) Fremde gestaltet? Inwiefern künden die Gedichte von einem Bemühen um Akkulturation – und wo wird diese programmatisch verweigert und stattdessen das 'andere Deutschland' repräsentiert? Welche politischen oder auch religiösen Überzeugungen transportieren die Texte – und welche tradierten 'Gewissheiten' dekonstruieren sie? Gelangen dabei primär etablierte Schreibverfahren zur Anwendung – oder erforderte die Exilsituation neue poetische Formen? Im Bewusstsein zu halten ist überdies die Tatsache, dass es sich bei der Exil-Problematik keineswegs um ein rein historisches Phänomen handelt: Vielleicht lehrt uns die Beschäftigung mit der Lyrik derer, die einst aus Deutschland vertrieben wurden, ja auch etwas über unseren Umgang mit jenen Menschen, die hier gegenwärtig Zuflucht suchen.

Im Vorfeld anzuschaffen ist der folgende Band: Wolfgang Emmerich und Susanne Heil (Hg.): Lyrik des Exils, bio-bibliographisch ergänzte Ausgabe, Stuttgart 1997 (Reclams Universal-Bibliothek Nr. 8089). Weitere Texte werden in digitaler Form zur Verfügung gestellt.


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