Das Seminar beginnt in der 2. Woche der Vorlesungszeit am Mittwoch, 22.04.2026. In der ersten Vorlesungswoche findet keine Sitzung statt. Die Sitzung wird am Freitag, 03.07.2026 ab 14 Uhr (c.t.) nachgeholt.
Seit den 2000er Jahren hat das Aufkommen und die Etablierung digitaler (Kommunikations-)Technologien zu umfassenden Veränderungen individueller Handlungs- und Denkweisen sowie Praktiken geführt, die tiefgreifende gesellschaftliche Wandelprozesse bewirkt haben. Inzwischen leben wir in der Kultur der Digitalität, in der sich durch ausdifferenzierte Technologien und Plattformen neue Möglichkeiten der Wissensproduktion und -aneignung, Kommunikation, Interaktion sowie Partizipation an digitalen Diskursen ergeben haben.
Im Seminar fragen wir aus einer sprachwissenschaftlichen Perspektive danach, welche Muster der Wissensrepräsentation, -aneignung und -aushandlung gesundheitsbezogener Themen in der Kultur der Digitalität vorzufinden sind. Im Rahmen empirischer Analysen sollen aktuelle Phänomene wie etwa Medfluencing (Wortbildung aus Medical und Influencing) oder gesundheitsbezogene YouTube-Erklärvideos untersucht werden. Zudem werden Chancen und Risiken von Mensch-Maschine-Interaktionen in der Online-Gesundheitskommunikation diskutiert und Aspekte von Digital Health Literacy adressiert.
Mit Blick auf das Praxisfeld Schule fokussieren wir im Seminar zudem auch die mediale Konstruktion von Normalität sowie Gesundheit/ Krankheit (etwa zu Autismus-Spektrums-Störungen, Neurodiversität und ADHS). Zudem stellen wir Überlegungen dazu an, wie diese medialen Konstruktionen Inklusion und Teilhabe sowie ganz allgemein das Miteinander in Vermittlungskontexten beeinflussen können. Abschließend sollen Aspekte der (Ent-)Stigmatisierung in der digitalen Gesundheitskommunikation thematisiert werden. |