| Kommentar |
John Dewey gehört zu den einflussreichsten amerikanischen Philosophen der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts und zu den Begründern einer Denkrichtung, die als Pragmatismus bezeichnet wird. Der Pragmatismus befasst sich insbesondere mit der Frage, wie und wozu Menschen Wissen erlangen und vertritt dabei die These, dass menschliche Erkenntnis und menschliches Wissen aus der Kenntnis der Effekte und Folgen gewonnen wird, die der zu erkennende Gegenstand in der Welt zeitigt. Das bedeutet, dass für den Pragmatismus Erkenntnis – also das bewusste Erfassen von Handlungen, Objekten oder Konzepten – unmittelbar mit dem menschlichen Handeln und den Zielen, die darin verfolgt werden, verbunden ist: Effekte und Folgen, die wir beobachten und wissen können, sind Effekte und Folgen für uns in unserem Handeln, und dieses Handeln wiederum ist durch die spezifische menschliche Gemeinschaft geprägt, in der wir leben.
Der Pragmatismus ist damit auch eine Kritik an anderen philosophischen Ansätzen, die, so die Vertreter des Pragmatismus, von einem letztlich unüberwindbaren Gegensatz zwischen menschlichem Denken und physikalischer Materie ausgehen. Damit, so der Vorwurf, wird aber das denkende Erkennen der materiellen Welt und somit auch sinnvolles menschliches Handeln unmöglich. Zur Lösung des Problems, das sich durch einen solchen Dualismus ergibt, ist für John Dewey der Begriff der Erfahrung entscheidend: Erfahrung ist das bewusste Beobachten und Erleben wiederkehrender Effekte von Handlungen oder Ereignissen, die als deren Folgen erkannt und entsprechend kontrolliert werden können. Hierin sieht Dewey die Grundlage jeglichen Lernens und damit auch die Grundlage und Möglichkeit gesellschaftlicher Veränderung.
Im Seminar werden wir Texte von John Dewey zur Erfahrung und Erkenntnis sowie Texte zur Demokratie und zur Öffentlichkeit lesen. Wir werden uns außerdem die aktuelle Rezeption von Dewey in der (feministischen) Demokratietheorie und Kritischen Theorie anschauen.
Dieses Seminar ist ein Lektüreseminar; regelmäßige Teilnahme und eine ebensolche Vorbereitung des Seminarlektüre werden vorausgesetzt.
Hinweis für E3-Studierende: Dieses Seminar ist ein reguläres Philosophieseminar und nicht speziell auf Bedarfe von E3-Studierenden ausgerichtet. Sie erhalten Hilfestellung bei den Prüfungsleistungen; eine Berücksichtigung Ihres individuellen Kenntnisstandes philosophischer Theorie im Seminarverlauf kann nicht erfolgen. |
| Bemerkung |
B.A. LA GyGe: M6: SE Pol. Ph./Soz. Ph.; M11: SE Praktische Philosophie
B.A. LA HRSGe: M6A/6B: SE Pol.Ph./Soz.Ph
B.A. Angewandte Philosophie: M6: SE Pol. Ph./Soz. Ph.; M11: SE Praktische Philosophie
B.A. PPE: Aufbaumodul Praktische Philosophie: SE Praktische Philosophie |