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Kreuzzugsliteratur – Kreuzzugslyrik, Kreuzzugsepik und moderne Rezeption - Einzelansicht

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Grunddaten
Veranstaltungsart Seminar Langtext
Veranstaltungsnummer Kurztext
Semester SoSe 2026 SWS
Erwartete Teilnehmer/-innen Max. Teilnehmer/-innen 40
Credits Belegung Belegpflicht
Zeitfenster
Hyperlink
Sprache Deutsch
Belegungsfrist Anmeldefrist Germanistik Seminare    16.03.2026 - 22.05.2026    aktuell
Einrichtung :
Germanistik
Termine Gruppe: [unbenannt] iCalendar Export für Outlook
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Status Bemerkung fällt aus am Max. Teilnehmer/-innen E-Learning
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Fr. 08:00 bis 12:00 14-tgl. 17.04.2026 bis 24.07.2026  R12S - R12 S05 H81   Prof. Dr. Patrick Peters: Kreuzzugsliteratur – Kreuzzugslyrik, Kreuzzugsepik und moderne Rezeption   Präsenzveranstaltung
Gruppe [unbenannt]:
 


Zugeordnete Person
Zugeordnete Person Zuständigkeit
Peters, Patrick , Prof. Dr.
Zuordnung zu Einrichtungen
Germanistik
Inhalt
Kommentar

Kreuzzugsliteratur – Kreuzzugslyrik, Kreuzzugsepik und moderne Rezeption

Dozent: Prof. Dr. Patrick Peters

Verantwortlicher Lehrstuhlinhaber: Prof. Dr. habil. Martin Schubert

Sommersemester 2026, zwei Semesterwochenstunden (Blockseminar alle 14 Tage)

Die Kreuzzüge zählen zu den prägendsten Ereignissen des europäischen Hochmittelalters und haben nicht nur die politische und religiöse Landschaft Europas nachhaltig verändert, sondern auch eine umfangreiche und vielschichtige Literatur hervorgebracht. Von der Kreuzzugslyrik über epische Großformen bis hin zu chronikalischen Berichten spiegelt sich in diesen Texten ein komplexes Bild von religiösem Eifer, ritterlichem Ethos, politischen Interessen und nicht zuletzt auch von Zweifeln und Kritik am Kreuzzugsunternehmen.

Im Mittelalter entwickelte sich die Kreuzzugslyrik als eigenständige literarische Form, die das Spannungsverhältnis zwischen weltlicher Minne und religiöser Kreuzzugspflicht thematisierte. Dichter wie Friedrich von Hausen, Hartmann von Aue, Walther von der Vogelweide und Neidhart von Reuental verarbeiteten in ihren Liedern den Konflikt zwischen höfischem Minnedienst und dem Ruf zum Kampf für das Heilige Land. Parallel dazu entstanden epische Werke wie das Rolandslied des Pfaffen Konrad oder Wolfram von Eschenbachs Willehalm, die das Kreuzzugsthema in größeren narrativen Zusammenhängen verhandelten und dabei unterschiedliche Perspektiven auf den Glaubenskampf entwickelten – von propagandistischer Legitimation bis hin zu subtiler Kritik.

Die Rezeption der Kreuzzüge in der modernen Populärkultur – von Richard Wagners Lohengrin über Ridley Scotts Film Kingdom of Heaven bis hin zu Videospielen wie Assassin‘s Creed – zeigt, dass die Kreuzzüge bis heute als Projektionsfläche für Fragen nach Religion, Gewalt, Toleranz und kulturellem Konflikt dienen. Diese modernen Darstellungen oszillieren zwischen historischer Rekonstruktion und ideologischer Instrumentalisierung und machen die Kreuzzüge zu einem Polymythos, der in unterschiedlichen Erinnerungskulturen immer wieder neu gedeutet wird.

Das Seminar befasst sich daher einerseits mit der literarischen Darstellung, Symbolik und Funktion der Kreuzzugsliteratur im deutschen Mittelalter – von der Kreuzzugslyrik über die Kreuzzugsepik bis hin zu weiteren literarischen Formen, die den Kreuzzugsdiskurs verarbeiten. Dabei stehen sowohl die historischen Kreuzzüge des 12. und 13. Jahrhunderts als Kontextfolie im Fokus als auch die literarische Verarbeitung religiöser, politischer und minnetheoretischer Dimensionen. Andererseits wird die Rezeption der Kreuzzüge in der Populärkultur des 20. und 21. Jahrhunderts untersucht – in Film, Literatur und Videospielen –, um die Kontinuitäten und Transformationen der Kreuzzugserzählung von der mittelalterlichen Kreuzzugslyrik bis zur modernen Geschichtskultur nachzuvollziehen.

Die mittelalterlichen Texte werden wir ausschnittsweise im Seminar gemeinsam lesen und analysieren. Ebenso werden wir Ausschnitte aus filmischen Darstellungen und anderen populärkulturellen Medien diskutieren, um Ursprung, Entwicklung und Rezeption des Kreuzzugsmythos in eine Linie zu setzen. Als Textgrundlage dient:

Müller, Ulrich (Hrsg.): Kreuzzugsdichtung. Tübingen 1997 (E-Book: 2017, Zugriff vor Shibboleth unter https://doi.org/10.1515/9783110950663)


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Die Veranstaltung wurde 13 mal im Vorlesungsverzeichnis SoSe 2026 gefunden:
Mediävistik  - - - 3
Mediävistik  - - - 5