Gruppe 1:
Blösel: Profilübung: Einführung in die Lateinische Epigraphik
2-Fach-Bachelor BA Lehramt GyGe
MA Lehramt GyGe 2-Fach-Master (Geschichte)
Die Übung bietet eine erklärtermaßen praktische Einführung in diese zentrale Quellengattung der römischen Kaiserzeit. Die Bandbreite der hier behandelten Texte reicht von Kaiser- über Ehreninschriften für Senatoren und Militärdiplomen bis hin zu den Grabsteinen von „einfachen“ Leuten. Darin wird jeweils anhand von Photographien das Entziffern der Buchstabenkombinationen, das Auflösen der zahlreichen Abkürzungen, die Übersetzung und die historische Auswertung der Inschriften, darüber hinaus auch die Ergänzung fragmentarischer und das Aufspüren fingierter Inschriften trainiert. Zudem wird in die großen Editionen (bes. das CIL) eingeführt. Für die Teilnahme sind Lateinkenntnisse auf dem Niveau des Lateinkurses I (insbesondere die Beherrschung der Deklinationen von Substantiven und Adjektiven) erforderlich
Literaturhinweise:
M.G. Schmidt, Einführung in die Lateinische Epigraphik, Darmstadt ³2015
Gruppe 2:
Michel: Profilübung: Der Hof im Hellenismus
2-Fach-Bachelor BA Lehramt GyGe BA Lehramt HRSGe
MA Lehramt GyGe 2-Fach-Master (Geschichte)
Der Tod Alexanders des Großen führte zu kriegerischen Auseinandersetzungen unter seinen führenden Generälen um die Nachfolge. Aus diesen Diadochenkriegen gingen die drei hellenistischen Königreiche der Antigoniden, Ptolemäer und Seleukiden hervor. Diese besaßen unterschiedliche geographische Schwerpunkte: Während die Antigoniden vor allem in Griechenland und die Ptolemäer in Ägypten herrschten, beanspruchten die Seleukiden große Teile des unter Alexander eroberten persischen Großreichs. Zwar waren alle drei Gebilde als Monarchien aufgebaut, dennoch unterschieden sie sich in ihrer konkreten Ausgestaltung. Während etwa die Antigoniden und Ptolemäer in einer festen Hauptstadt residierten, bewegten sich die Seleukidenherrscher aufgrund der Größe ihres Reichs ständig von einer Residenz zur anderen. Neben diesen Großreichen bildeten sich außerdem zahlreiche kleinere Königreiche heraus, die sich teilweise jahrzehntelang als regionale Mittelmächte etablieren konnten. Zu diesen zählen unter anderem Bithynien, Kappadokien, Pontos und das in Pergamon beheimatete Reich der Attaliden. Auch diese Monarchien zeichneten sich durch jeweils lokale Eigenheiten und abweichende Konzeptionen von Herrschaft aus. All diesen monarchischen Gebilden gemein ist aber ein zentrales Strukturelement: der Hof. An diesem kamen der König und seine „Freunde“, wichtige Berater und Inhaber der höchsten Ämter, zusammen und bestimmten die Geschicke des Königreichs. Daneben waren hier im Hellenismus auch weitere Personengruppen wie Literaten, Künstler und hochrangige Bittsteller vertreten. Doch wie genau sah die Hofgesellschaft in den jeweiligen Monarchien aus? Aus welchen Personen setzte sie sich zusammen, wer besaß Einfluss und wie wurden am Hof Entscheidungen getroffen?
Um diesen Fragen nachzugehen widmet sich die Übung dem Phänomen Hof in synchroner und diachroner Weise. Die verschiedenen Höfe der hellenistischen Monarchien sollen sowohl miteinander verglichen als auch historische Entwicklungen über die Zeit hinweg nachgezeichnet werden. Die Vielgestaltigkeit der hellenistischen Monarchien erlaubt neben einer Analyse der Historiographie auch eine Analyse numismatischer und epigraphischer Quellen, um die Methodenkompetenz der Teilnehmer zu schulen.
Bemerkung: Erwartet wird die Bereitschaft zur Übernahme eines Referats.
Als Alternative kann ein schriftliches Essay eingereicht werden.
Literaturhinweise:
Egetenmeier, Philip, Zwischen zwei Welten. Die Königsfreunde im Dialog zwischen Städten und Monarchen vom Jahr der Könige bis zum Frieden von Apameia (306–188 v. Chr.) Stuttgart 2021. Erskine, Andrew et al. (Hgg.), The Hellenistic Court. Monarchic Power and Elite Society from Alexander to Cleopatra, Swansea 2017. Michels, Christoph, Kulturtransfer und monarchischer "Philhellenismus". Bithynien, Pontos und Kappadokien in hellenistischer Zeit Göttingen 2009 Schmitt, Hatto H / Vogt, Ernst (Hgg.), Lexikon des Hellenismus, Wiesbaden 2005. Weber, Gregor, Dichtung und höfische Gesellschaft. Die Rezeption von Zeitgeschichte am Hof der ersten drei Ptolemäer, Stuttgart 1993
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