| Bemerkung |
Gruppe 1:
Schildt-Specker: Profilübung: Kriege der Frühen Neuzeit im Spiegel der Kunst
2-Fach-Bachelor BA Lehramt HRSGe BA Lehramt GyGe BA Lehramt HRSGe SoPäd
MA Lehramt HRSGe MA Lehramt GyGe 2-Fach-Master (Geschichte)
Dass Sieger von Kriegen maßgeblich Einfluss auf die Geschichtsüberlieferung nahmen, ist eine weit verbreitete, wenngleich problematische Annahme. Gegenstand der Übung soll nicht die ars belli, die sog. Kunst des Krieges oder Kriegskunst sein, wie sie Theoretiker der Kriegsführung vom Schlag des preußischen Generals Carl von Clausewitz verstanden, sondern Krieg überliefert von Bildenden Künstlern. Ob, und wenn ja inwieweit, beeinflussten Sieger auch die bildliche Überlieferung? In der Epoche der Frühen Neuzeit, in der Künstlerinnen & Künstler nicht freischaffend waren, sondern vor allem mit bezahlten Aufträgen ihren Lebensunterhalt bestritten, ist anderes als Manipulation kaum denkbar? Oder gab es eventuell Freiräume für künstlerische Eigeninterpretation?
Kunst über etwa drei Jahrhunderte, von den Bauernrevolten des frühen 16. Jh. bis zu den Revolutionskriegen in Folge der Französischen Revolution, ihr Ausmaß an Propaganda zu bestimmen, eingebettet in die jeweiligen historischen Kontexte, soll Intention dieser Übung sein. Schlachtengemälde von Renaissancekünstlern wie Leonardo da Vinci, Paolo Uccello oder Albrecht Altdorfer, von dessen Alexanderschlacht-Gemälde Napoléon Bonaparte derart fasziniert war, dass er es in sein Badezimmer in Saint-Cloud hängte, gehören zum Bildspektrum der Übung neben Ansichten der Türkenkriege, Kupferstichserien aus dem Dreißigjährigen Krieg, Gemälden des Barockmalers Peter Paul Rubens, der sich als Diplomat und Künstler für eine Überwindung dieses Krieges einsetzte, ferner politische Karikaturen sowie die Grafikserie Desastres de la Guerra von Francisco de Goya.
Regelmäßige aktive Teilnahme ist obligat. Zum Semesterabschluss ist eine Tages-Exkursion vorgesehen.
Literaturhinweise:
Reinhold Baumstark: Ikonographische Studien zu Rubens Kriegs- und Friedensallegorien. In: Aachener Kunstblätter 45 (1974), S. 125-234 Belting, Hans: Bild und Kult. München 8. Aufl. 2020 Franz Bosbach (Hg.): Feindbilder. Die Darstellung des Gegners in der politischen Publizistik des Mittelalters und der Neuzeit. Köln, Weimar, Wien 1998 Klaus Bußmann/Heinz Schilling: 1648 Krieg und Frieden in Europa. Münster/Osnabrück 24.10.1998-17.01.1999 [Katalog zur 26. Europaratsausstellung] Patrizia Consigli Valente: La battaglia nella pittura del XVII e XVIII secolo. Parma 1994 Birgit Emich/Gabriela Signori (Hg.): Kriegs / Bilder in Mittelalter und Früher Neuzeit. In: Zeitschrift für Historische Forschung. Viertelsjahresschrift zur Erforschung des Mittelalters und der Frühen Neuzeit. Beiheft 42 (Berlin 2009) Konrad Escher: Kunst, Krieg und Krieger. Zur Geschichte der Kriegsdarstellungen. Bremen University Press 2014 (unv. ND der Ausgabe 1917) Rainer Gries/Wolfgang Schmale (Hg.): Kultur der Propaganda. Überlegungen zu einer Propagandageschichte als Kulturgeschichte. Bochum 2005 Eleanor A. Sayre/Alfonso E. Perez Sanchez: Goya and the Spirit of Enlightenment. Boston 1998 Norbert Schneider: Historienmalerei / Vom Spätmittelalter bis zum 19. Jahrhundert. Köln, Weimar, Wien 2010
Gruppe 2:
Treue: Profilübung: Das Meer als Schicksal und Chance. Die nordfriesischen Inseln in der Frühen Neuzeit
Das Meer mit seinen Gezeiten, Sturmfluten und Schiffbrüchen hat das Leben auf den nordfriesischen Inseln entscheidend geprägt. Gleichzeitig eröffnete die Seefahrt, von der Küstenfischerei über den arktischen Walfang bis hin zur Handelsschifffahrt auf allen Weltmeeren, für viele die Möglichkeit, zu beachtlichem Wohlstand zu gelangen. Die monate-, oft auch jahrelange Abwesenheit eines großen Teils der männlichen Bevölkerung führte zur Entstehung einer Gesellschaft mit einer ausgeprägten Eigenkultur, deren Spuren bis heute erkennbar sind. Im 19. Jahrhundert kam als neues Element dann der Seebädertourismus hinzu – das Meer als Heilquelle für Körper und Seele.
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