Gruppe 1:
Bouwers: Hauptseminar Neuere und Neueste Geschichte: Das Königreich der Niederlande im Zweiten Weltkrieg
2-Fach-Bachelor BA Lehramt HRSGe BA Lehramt GyGe
Der Kurs wird ebenfalls für Studierende der Niederlandistik geöffnet
Im Mai 1940 marschierten deutsche Truppen in die Niederlande ein, vier Tage später gefolgt vom Bombardement auf die Stadt Rotterdam. Die eigene militärische Schwäche und die deutsche Drohung zusätzlicher Bombardements auf andere Städte zwangen die Niederlande, die im Ersten Weltkrieg noch ihre Neutralität hatte bewahren können, zur Kapitulation; knapp zwei Jahre später, am 8. März 1942, folgte dann die Kapitulation von Niederländisch-Indien (das heutige Indonesien) gegenüber Japan. Die Lehrveranstaltung widmet sich der Geschichte des Zweiten Weltkriegs im gesamten Königreich der Niederlande (die Niederlande, sowie die damaligen Kolonien Niederländisch-Indien, Surinam und die Antillen). Sie fragt nach der täglichen Praxis und den Folgen der Besatzungen, erörtert die unterschiedlichen Reaktionen vonseiten der Bevölkerung und betrachtet die Folgen des Krieges für die Gesellschaft und den Kolonialismus. Schließlich werden im Sinne der memory studies auch die Erinnerungen am Zweiten Weltkrieg beleuchtet.
Die Bereitschaft englischsprachige Texte zu lesen wird vorausgesetzt.
Gruppe 2:
Bouwers: Hauptseminar Neuere und Neueste Geschichte/Frühe Neuzeit: Amnesie: Vergangenheitspolitik im Epochenvergleich
2-Fach-Bachelor BA Lehramt HRSGe BA Lehramt GyGe
MA Lehramt GyGe 2-Fach-Master (Geschichte)
Der Osnabrücker Friedensvertrag von 1648 enthielt eine besondere Aufforderung an den Konfliktparteien: „Es soll auf beiden Seiten ein ewiges Vergessen und eine Amnestie alles dessen sein, was seit Beginn dieser Unruhen [...] an einem Ort oder dem anderen, von der einen oder der anderen Seite [...] feindselig verübt worden ist.“ Ähnliche Formel hat es seitdem vielerorts in der Welt gegeben. Ziel solcher Amnesieforderungen war weniger, dass die Menschen das Geschehene tatsächlich vergessen, als vielmehr, dass Kriegstaten keine rechtlichen Konsequenzen nach sich ziehen sollten. Auch jenseits von bewaffneten Konflikten hat das Vergessen eine wichtige Rolle in Gedächtniskulturen gespielt, auch wenn es in der historischen Forschung bis dato viel weniger Aufmerksamkeit bekommen hat als sein Pendant, das Erinnern. In diesem Seminar werden wir aus epochenübergreifender Perspektive Beispiele des historischen Vergessens erkunden. Als theoretischer Rahmen dient Paul Connertons Typologie der „Seven Types of Forgetting“.
Die Bereitschaft englischsprachige Texte zu lesen wird vorausgesetzt.
Raum R 12 S05 H81
Gruppe 3:
Becker: Hauptseminar Neuere und Neueste Geschichte: Modernisierungsprozesse im Ruhrgebiet 1890 -1933
2-Fach-Bachelor BA Lehramt HRSGe BA Lehramt GyGe
Der Zeitraum zwischen 1890 und 1933 wird häufig als „klassische Moderne“ bezeichnet. Hier seien entscheidende Schritte zur Rationalisierung aller Lebensbereiche im Zeichen der sich durchsetzenden Industriegesellschaft erfolgt. Das Seminar stellt die Frage, inwiefern diese Prozesse auch im Ruhrgebiet zu beobachten sind und vergleicht dabei die Städte Duisburg und Oberhausen. Als Projektseminar führt es zudem an die Arbeit mit Originalquellen heran.
Deshalb wird es Zusatztermine geben für jeweils 4stündige Blockveranstaltungen (10-14 Uhr) am 12.05.2026 im Stadtarchiv Oberhausen und am 09.06.2026 im Stadtarchiv Duisburg
Literaturhinweise:
Karl Rohe, Die „verspätete“ Region. Thesen und Hypothesen zur Wahlentwicklung im Ruhrgebiet vor 1914, in: Peter Steinbach (Hg.), Probleme politischer Partizipation im Modernisierungsprozeß, Stuttgart 1982, S. 231-252; Dagmar Kift (Hg.), Kirmes, Kneipe, Kino. Arbeiterkultur im Ruhrgebiet zwischen Kommerz und Kontrolle (1850-1914), Paderborn 1992; Heinz Reif, Die verspätete Stadt. Industrialisierung, städtischer Raum und Politik in Oberhausen 1846-1929. 2 Bde., Köln 1992 u. 1993; Nicolai Hannig / Ute Schneider (Hg.), Geschichte des Ruhrgebiets. Bd. 1: Der Rheinisch-Westfälische Industriebezirk bis 1914, Wien u.a. 2025.
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