| Kommentar |
„Hi, it’s me, Wikipedia, and I am ready for your apology“ titelte ein Online-Satiremagazin und richtete sich explizit an die Universitätsakademiker, die im Angesicht der Herausforderung von KI-Einsatz in der universitären Lehre auf einmal die Online-Enzyklopädie Wikipedia zu schätzen wissen, da diese von Menschen verfasst worden sei, aber jahrzehntelang als Schreckgespenst in der Lehre galt. Um ähnliche kulturkritische Rückzugsgefechte diesmal nicht führen zu müssen, nimmt sich das Seminar der Frage an, wie die neuen Möglichkeiten der KI im Geschichtsstudium produktiv und im Sinne der Geschichte als Wissenschaft genutzt werden können – und wie vielleicht auch nicht.
Nachdem wir uns zunächst über die theoretisch-methodologischen Grundlagen historischen Arbeitens verständigt haben, werden wir uns einen kurzen theoretischen Überblick über die State-of-the-Art generativer KI-Modelle verschaffen. Im weiteren Verlauf des Seminars werden wir ganz praktisch untersuchen, wie solche Modelle bei der Recherche und Auswertung von Literatur und Quellen und Verfassen wissenschaftlicher Arbeiten behilflich oder hinderlich sein können.
Ziel des Seminars ist es, einen Reader für das Historische Institut zu entwerfen, der als Grundlage für den Einsatz von KI in der universitären Lehre dienen soll.
Bitte beachten Sie, dass eine regelmäßige Teilnahme und Beteiligung am Seminar zwingende Voraussetzung ist – wir erarbeiten uns gemeinsam diese Bereiche, es wird kein Seminar werden, in dem Sie einfach passiv die Inhalte konsumieren. Es darüber hinaus empfehlenswert, das Seminar mit einem vollwertigen Laptop, aber insbesondere nicht alleine mit dem Smartphone, zu besuchen. Geräte können ggf. beim ZIM entliehen werden. |
| Literatur |
Matthias Buschmeier, Verlockung mit Folgen. Zum Einsatz künstlicher Intelligenz in den Geisteswissenschaften, in Forschung und Lehre 9, 2025, S. 12-14.
Christian Götter, Künstliche Intelligenz und Geschichtswissenschaft. Mehr als ein neues Werkzeug für die Digital History? in: Historische Zeitschrift 319 (2024), S. 299–330 |