Die Veranstaltung richtet sich zunächst an alle Studierenden gleich welchen Studiengangs und Semesters, die mit dem Medium Film arbeiten wollen und bisher keine oder nur geringe Vorkenntnisse haben.
Es ist aber möglich, mit entsprechenden Vorkenntnissen direkt an eigenen Filmen zu arbeiten und Unterstützung bei der Konzeption und technischen Umsetzung zu bekommen. Dazu können Sie auch eigene Themen wählen.
Das Seminar umfasst dazu zum einen die rein technischen Grundlagen der Filmaufnahme und des Schnitts, flankiert von kleinen praktischen Stehgreifübungen und parallel dazu entsteht ein kleiner Film (3-5 Minuten) mit einem eigenen selbstgewählten Thema aus dem Umfeld „Stadt“.
Die Inhalte im Einzelnen:
Kameraarbeit: Einführung in die Funktionen und Bedienelemente der Kamera, einschließlich Fokussierung, Belichtung, Verschlusszeit und Blendeneinstellungen.
Grundlegende Prinzipien der Bildgestaltung und Kameraperspektiven. Kamera als Erzähler.
Beleuchtung: Einführung in die verschiedenen Arten von Beleuchtungseinheiten, Lichtquellen und Lichtformungswerkzeugen sowie Greenscreen. Lichtgestaltung: Verwendung von Licht, um die Atmosphäre, Emotionen und Dramatik einer Szene zu bestimmen.
Tongestaltung und -aufnahme.
Ton als Inhaltsträger und Aufnahmetechnik (Mikrofonierung etc.)
Filmschnitt:
Grundlagen des Filmschnitts: Einführung in die Montagetheorie, Zeit- und Raumkontinuität, Schuss-Gegen-Schuss-Technik und Montagesequenzen mit der Software Davinci Resolve (kostenlose Software)
Schnitt-Techniken: Erlernen verschiedener Schnitttechniken wie Überblendungen, Schnitt-auf-Bewegung, Zeitraffung, Parallelmontage und Storytelling durch den Schnitt.
Semesterthema: Die Entropie nimmt zu!
In der Kunst wird die physikalische Idee der Entropie, also des unvermeidlichen Übergangs von Ordnung zu Unordnung, als kreatives Prinzip oder als Thema genutzt, das Vergänglichkeit, Chaos und Zerfall aufgreift. Statt eine perfekte, statische Form anzustreben, können Künstlerinnen und Künstler diese Tendenzen in ihren Werken bewusst einsetzen.
Seit den 60er jahren gibt es immer wieder Beispiele, wie dieses Prinzip in Kunstwerken oder auch künstlerischen Grundkonzepten aufgegriffen wird:
Robert Smithson popularisierte das Konzept der Entropie in den 1960er Jahren, um die statische und zu vereinfachte Natur der minimalistischen Kunst zu kritisieren. Seine Werke, wie der Spiral Jetty, thematisieren den natürlichen Prozess des Verfalls und der Wiederaneignung durch die Natur.
Entropy Eggs von Stefan Eisele: Dieses Projekt visualisiert Entropie, indem es den Verfall von Formen und das Verschwinden von Objekten darstellt. Die verwendeten Farben unterstreichen das Gefühl von Transformation und Niedergang. Durch die Nutzung von KI im Entwicklungsprozess repräsentiert dieses Werk einen der aktuellsten Bezüge.
Im Film: Ein Film, der das Konzept der Entropie in den Mittelpunkt seiner Handlung stellt, ist Christopher Nolans Tenet. Der Film spielt mit der Idee der „Entropie-Inversion“ oder „Entropie-Umkehrung“, bei der die Zeit für bestimmte Objekte oder Personen rückwärtsläuft.
Im Rahmen des Seminars werden wir verschiedenste (film-)künstlerische Ansätze und Ideen diskutieren, die es Ihnen ermöglichen, eigene kleine Film- oder auch Tonkonzepte zu diesem Themenkomplex zu entwickeln und umzusetzen.
Ablauf des Seminars
Im ersten Drittel werden wir die Grundlagen der Bild- und Tonaufnahme mit praktischen Übungen erlernen. In der Phase recherchieren Sie einen Ort oder Personen, die zum Thema Ihres Filmes werden können. Daran schließen sich Übungen zum Filmschnitt an. In dieser 2. Phase sammeln Sie dann auch bereits Material für den eigenen Film. Im letzten Drittel des Seminars arbeiten wir an der Fertigstellung Ihrer Filme, sodass es möglich ist, im Anschluss in eine entsprechende Prüfung zu gehen. Im gesamten Semester sind wir im Austausch über konzeptionelle Fragen Ihrer Projekte. |