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Die „natürliche“ Ordnung – Rollenideale im Diskurs von Familiensoziologie und Extremismus - Einzelansicht

  • Funktionen:
Grunddaten
Veranstaltungsart Seminar Langtext
Veranstaltungsnummer Kurztext
Semester SoSe 2026 SWS 2
Erwartete Teilnehmer/-innen Max. Teilnehmer/-innen
Credits Belegung Belegpflicht
Zeitfenster
Hyperlink
Sprache Deutsch
Belegungsfristen Soziologie - Anmeldung alle Lehrveranstaltungen    16.03.2026 09:00:00 - 24.03.2026 18:00:00   
Einrichtung :
Gesellschaftswissenschaften
Soziologie - Abmeldung alle Lehrveranstaltungen    24.03.2026 18:00:01 - 24.07.2026 16:00:00    aktuell
Einrichtung :
Gesellschaftswissenschaften
Termine Gruppe: [unbenannt] iCalendar Export für Outlook
  Tag Zeit Rhythmus Dauer Raum Raum-
plan
Status Bemerkung fällt aus am Max. Teilnehmer/-innen E-Learning
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Di. 14:00 bis 16:00 wöch. 14.04.2026 bis 21.07.2026  LC - LC 140       20 Präsenzveranstaltung
Gruppe [unbenannt]:
 


Zugeordnete Person
Zugeordnete Person Zuständigkeit
Brocker, Sven Alexander
Zuordnung zu Einrichtungen
Gesellschaftswissenschaften
Inhalt
Kommentar
In den letzten Jahrzehnten unterlagen Familienstrukturen und Rollenbilder einem tiefgreifenden Wandel. Während die Soziologie diesen Wandel meist als Anpassung an moderne Lebensbedingungen beschreibt, interpretieren verschiedene Akteure ihn als Bedrohung einer "natürlichen Ordnung". Dieses Seminar untersucht das Spannungsfeld zwischen soziologischen Realitäten und deren ideologischer Instrumentalisierung.

Ausgangspunkt sind die Veränderungen durch die Second Demographic Transition (z.B. Lesthaeghe). An diese knüpft die Argumentation von Goldscheider et al. an, nach der die Veränderungen in den Beziehungsdynamiken im privaten wie im öffentlichen Raum Teil einer umfassenden Gender Revolution sind. Im Vordergrund steht die Frage, warum der Wandel im Privaten ("Second Half of the Revolution") oft stagniert. Hierfür wird auf verschiedene zentrale Konzepte und empirische Arbeiten eingegangen.

Um die Persistenz traditioneller Rollenbilder zu fassen, werden klassische familienökonomische Ansätze (insbesondere Becker) erarbeitet und kritisch beleuchtet:
  • Fördert Spezialisierung wirklich die Effizienz oder zementiert sie vor allem Machtasymmetrien?
  • Welche ökonomischen Risiken (z. B. Humankapitalverlust) entstehen durch die traditionelle Arbeitsteilung?
  • Inwiefern stützen staatliche Rahmenbedingungen diese rationalen Entscheidungen?


Außerdem wird im Seminar analysiert, wie verschiedene politische Strömungen an diese soziologischen Bruchstellen anknüpfen. Neben der Ästhetisierung traditioneller Rollenbilder steht die Politisierung der "natürlichen Ordnung" im privaten Raum im Vordergrund.

Studierende lernen hierbei, familiensoziologische Theorien kritisch anzuwenden und zu erkennen, inwieweit wissenschaftliche Diskurse über Demografie und Ökonomie extremistisch umgedeutet werden. Um dem zu begegnen, ist die Betrachtung empirischer Arbeiten (sowohl quantitativer wie qualitativer Art) unabdingbar.

Literatur
  • Goldscheider, F., Bernhardt, E., & Lappegård, T. (2015). The Gender Revolution: A Framework for Understanding Changing Family and Demographic Behavior. Population and Development Review41(2), 207–239. https://doi.org/10.1111/j.1728-4457.2015.00045.x 

  • Hochschild, A. R., & Machung, A. (2012). The second shift: Working families and the revolution at home. Penguin Books. 

  • Lesthaeghe, R. (2010). The unfolding story of the second demographic transition. Population and Development Review, 36(2), 211–251. https://doi.org/10.1111/j.1728-4457.2010.00328.x

  • Miller-Idriss, C. (2025). Man up: The new misogyny and the rise of violent extremism. Princeton University Press.

 

Bemerkung

Die Teilnahme an der ersten Sitzung ist Voraussetzung für eine Teilnahme am Kurs.

Englischer Titel der Veranstaltung: The "Natural" Order: Role Ideals in Family Sociology and Extremist Discourse

Leistungsnachweis
  • Erbringen einer unbenoteten Seminarleistung (Referat)
  • Möglichkeit die mündliche Prüfung als Prüfungsleistung des Moduls abzulegen; die mündlichen Prüfungen finden in der letzten Vorlesungswoche (voraussichtlich am 21.07.2026) statt.

Strukturbaum
Die Veranstaltung wurde 3 mal im Vorlesungsverzeichnis SoSe 2026 gefunden: