In diesem Seminar werden zentrale Konzepte und Themen der Stadtsoziologie eingeführt und kritisch diskutiert. Dabei wird nachvollziehbar, wie sich die Stadtsoziologie im Verlauf der Fachgeschichte entwickelt und zunehmend ausdifferenziert hat.
Im Verlauf des Seminars wenden wir diese Perspektiven exemplarisch auf eine konkrete Stadt an: Jerusalem. Die Stadt wird in öffentlichen Diskursen häufig als politisch und religiös besonders aufgeladen und insofern als singulär dargestellt. Auf der Grundlage der erarbeiteten stadtsoziologischen Konzepte und einschlägiger Fallstudien zu Jerusalem wird diese Annahme kritisch reflektiert und geprüft, inwiefern urbane Prozesse in Jerusalem als typisch für Städte gelten können oder sich in spezifischer Weise in diesem urbanen Raum ausgeprägt haben. Ziel ist es, die Reichweite und die Grenzen unterschiedlicher theoretischer Perspektiven am konkreten Beispiel herauszuarbeiten.
Zu den behandelten Themen zählen unter anderem: „islamische Stadt“ bzw. „orientalische Stadt“, geteilte Städte, Machtverhältnisse, Gentrifizierung, Globalisierung, Religion, Tourismus, Eigenlogik der Städte sowie vergleichende Ansätze in der Stadtsoziologie. |