| Kommentar |
Die Ethnografie verspricht, Forschende näher an interessierende Phänomene zu bringen und dadurch erkenntnisbringende Einsichten zu generieren. Dies geschieht vorrangig durch ein Dabeisein und Mittun in teilnehmender Beobachtung im Feld. Dabei bekommen Forschende eine Menge mit. Ethnografie umfasst so prinzipiell eine ganze Reihe an Datensorten: Beobachtungen, Gespräche, Artefakte und Dokumente, selbst erstellte Fotos, Videos etc. Diesen Verlockungen des Abenteuers Feldforschung im Dabeisein und Mittun werfen auch eine Reihe an Fragen auf, wie man im Dschungel des Feldes Orientierung findet, welche forschungspragmatischen und -ethischen Herausforderungen mit dieser Nähe einhergehen und wie aus den Erfahrungen im Feld und den gewonnenen Daten wissenschaftliche Erkenntnisse über das Feld generiert werden. Im Seminar sollen anhand einschlägiger Texte und beispielhafter Ethnografien Grundzüge ethnografischer Arbeit erarbeitet und Potentiale und Grenzen ethnografischer Feldarbeit für das Verständnis von Kommunikation(sweisen und -kulturen) erörtert werden. Entscheidend dabei ist auch die Erprobung zentraler Techniken in eigener Anwendung. Das bedeutet, dass Fragen des Feldzugangs, Praktiken der Datengewinnung, Strategien der Analyse sowie schriftliche Darstellungen der Ergebnisse betrachtet und anhand eines konkreten, empirischen Falls angewandt werden. Das Seminar wird maßgeblich von der Mitarbeit der Studierenden getragen, welche lernen, kommunikationstheoretische Grundbegriffe auf aktuelle empirische Problemlagen zu beziehen. Ein besonderes Engagement im Seminar sowie eine Offenheit für die Dynamik sozialer Realitäten und die Fluidität von Diskursen ist daher unerlässlich.
HINWEIS: Wer dieses Methodenseminar belegt, kann nicht den Kurs „Ethnografische Kommunikationsforschung" belegen. |
| Bemerkung |
Bei diesem Kurs handelt es sich um einen Methodenpraxiskurs im Modul „Methoden empirischer Kommunikationsforschung“. Die Studienplätze in den Methodenpraxiskursen werden im direkten Windhundverfahren vergeben. Die Zulassung zur Veranstaltung erfolgt sofort in der Reihenfolge des Eingangs der Anmeldungen, bis die Kapazität ausgeschöpft ist. In diesem Kurs stehen 35 Plätze zur Verfügung. Eine Warteliste existiert nicht. Der Studienverlaufsplan für das Bachelorstudienfach „Kommunikationswissenschaft“ sieht vor, dass Studierende des 2. Semesters neben der Methodenvorlesung zwei Methodenpraxiskurse belegen. Studierende, die sich für diesen Kurs anmelden, benötigen wie bei den anderen Methodenpraxiskursen noch eine weitere Anmeldung für einen zweiten Methodenpraxiskurs. Studierende, die sich für mehr als zwei Methodenpraxiskurse im LSF anmelden, werden nur in zwei Veranstaltungen berücksichtigt. Weitere Zulassungen werden durch das Institut in regelmäßigen Abständen inaktiv gesetzt. |