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Anni und Josef Albers: Künstlerisches Schaffen zwischen Bauhaus und Black Mountain College - Einzelansicht

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Grunddaten
Veranstaltungsart Seminar Langtext
Veranstaltungsnummer Kurztext
Semester SoSe 2026 SWS 2
Erwartete Teilnehmer/-innen Max. Teilnehmer/-innen 40
Credits Belegung Belegpflicht
Zeitfenster
Hyperlink
Sprache Deutsch
Belegungsfristen Kunst und Kunstwissenschaft, allg. Anmeldephase    23.02.2026 - 15.03.2026   
Einrichtung :
Institut für Kunst und Kunstwissenschaft
Kunst und Kunstwissenschaft, allg. Zulassungsphase    21.03.2026 - 30.04.2026   
Einrichtung :
Institut für Kunst und Kunstwissenschaft
Termine Gruppe: [unbenannt] iCalendar Export für Outlook
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Status Bemerkung fällt aus am Max. Teilnehmer/-innen E-Learning
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Di. 10:00 bis 12:00 wöch. 21.04.2026 bis 21.07.2026  R12R - R12 R02 A34       Präsenzveranstaltung
Gruppe [unbenannt]:
Zur Zeit keine Belegung möglich
 


Zugeordnete Person
Zugeordnete Person Zuständigkeit
Meincke, Kerstin
Zuordnung zu Einrichtungen
Institut für Kunst und Kunstwissenschaft
Inhalt
Kommentar

Anni und Josef Albers waren wegweisende Künstler:innen des 20. Jahrhunderts. Beide lernten und lehrten am Bauhaus. Als eine der wenigen Frauen in leitender Position am Bauhaus übernahm Anni Albers 1931 die Weberei-Werkstatt. Josef Albers leitete den Vorkurs und war zeitweilig Leiter der Tischlereiwerkstatt sowie Lehrer für Zeichnen und Schrift. Nach der Schließung des Bauhauses unter den Nationalsozialisten 1933 emigrierten die Albers in die USA, wo sie ihre Lehrtätigkeit am Black Mountain College in North Carolina fortführten. Ab den 1950er Jahren folgten zahlreiche internationale Gastdozenturen.

Anni und Josef Albers beschäftigten sich lebenslang mit der Abstraktion: Anni Albers wirkte vor allem als Textilkünstlerin, aber auch im Bereich des Schmuckdesigns, während Josef Albers nach der Bauhauszeit vornehmlich geometrischen Grafiken und Gemälde schuf, die sich der konkreten Kunst zuordnen lassen. Sein rund 2000 Ölgemälde umfassender, zwischen 1950 und 1976 entwickelter Werkzyklus „Homage to the Square“, der im Rahmen einer Exkursion in das Josef Albers Museum Bottrop vertieft besprochen werden soll, wurde insbesondere von (späteren) Vertreter:innen der Minimal Art und Konzeptkunst stark rezipiert.

Einen wichtigen Fluchtpunkt ihrer Arbeit, dem in dieser Lehrveranstaltung nachgegangen werden soll, bildete die präkolumbianische Formensprache. So unternahmen die Albers ab Mitte der 1930er Jahre regelmäßig ausgedehnte Studienreisen nach Mexiko und Südamerika, wo beide den „Ursprung der Abstraktion“ erkannten. Neben dem Interesse an der Architektur historischer Stätten, das u.a. durch zahlreiche Fotografien Josef Albers‘ erkennbar ist, und am Kunst(handwerk), widmete sich Anni Albers überdies ausgiebig den unterschiedlichen Webtraditionen, die sie sich handwerklich und künstlerisch im Zuge von Hospitationen in Webereien, z.B. in Peru, erschloss. Als erster Textilkünstlerin war Anni Albers 1949 eine Einzelausstellung im Museum of Modern Art in New York gewidmet.

Neben ihren künstlerischen Arbeiten sind von Anni und Josef Albers auch umfassende theoretische Reflexionen überliefert, die im Seminar flankierend behandelt werden sollen: Josef Albers‘ Lehrbuch „Interaction of color: Grundlegung einer Didaktik des Sehens“ etwa erschien erstmals 1963 bei Yale University Press als limitierte Siebdruckausgabe mit 150 Farbtafeln und wurde seither vielfach nachgedruckt. 1972 veröffentlichte er „Formulation: Articulation“ (Abrams, New York). Anni Albers publizierte u.a. die einflussreichen Abhandlungen „On Designing (Pellango Press, New Haven 1959) und „On Weaving (Wesleyan University Press, Middletown, CT, 1965), das ihre oben erwähnte jahrzehntelange Auseinandersetzung mit Techniken und Praktiken des Webens darlegt.

Im Zuge des Seminars sind Exkursionen nach Bottrop (s.o.) und Bochum geplant.

Literatur

Anni Albers. Ausst. Kat. Kunstsammlung Nordhrein-Westfalen. Hg. Ann Coxon, Briony Fer und Maria Müller-Schareck, München 2018

Albers, Josef, Interaction of color: Grundlegung einer Didaktik des Sehens, Hg. Liesbrock, Heinz, Berlin 2023

Albers, Anni, On Weaving. Wesleyan University Press, Middletown, CT, 1965

Albers, Anni, Ignacio Bernal u. a.: Pre-Columbian Mexican Miniatures. The Josef and Anni Albers Collection. Praeger, New York, Washington 1970

Albers, Anni, Bildweberei, Zeichnung, Druckgrafik. Ausstellungskatalog. Düsseldorf. Kunstmuseum; Berlin Bauhaus-Archiv, 1975

Ausstellungskatalog / Musée d'Art Moderne de Paris, 10.09.2021-09.01.2022, Paris, Anni und Josef Albers, Kunst und Leben, München 2023

Bittner, Regina: Handwerk wird modern. Vom Herstellen am Bauhaus. Bielefeld / Berlin, Kerber, 2017

Borchardt-Hume, Achim: Albers and Moholy-Nagy. From Bauhaus to the New World, London, 2006

Cooke, Lynne et al (Hg.): Woven histories: textiles and modern abstraction, Washington 2023

Danilowitz, Brenda / Liesbrock, Heinz (Hg.), Anni und Josef Albers. Begegnung mit Lateinamerika, Ostfildern 2007

Droste, Magdalena (Hg.), Das Bauhaus webt. Die Textilwerkstatt am Bauhaus. Ausst.-Kat. Bauhaus-Archiv, Berlin, 16.9.1998–31.1.1999 u. a., Berlin 1998

Droste, Magdalena (Hg.), Bauhaus 1919-1933, Köln 2019

Liesbrock, Heinz / Zander, Thomas, The Discovery of Form / Robert Adams, Josef Albers, Göttingen 2025

Von der Osten, Marion / Watson, Grant (Hg.): Bauhaus Imaginista. Die globale Rezeption bis heute, Zürich 2019

Stockebrand, Marianne (Hg.), Josef Albers: Photographien 1928 – 1955, München 1992

 

Weitere relevante Literatur wird bereitgestellt.

 

Bemerkung

Es wird ein Moodle-Raum eingerichtet. Den Zugang erhalten Sie in der ersten Sitzung.

Das Seminar sieht Exkursionstermine vor.

Die Studien(teil)leistungen werden in der ersten Sitzung besprochen.


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