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ENTFÄLLT - E3 - GeiWi_Germ - Von der (Un-)Möglichkeit kommunikativen Verstehens. Wie Medialität und Zeitlichkeit unser sprachliches Handeln prägen - Cr. 4-5 - Einzelansicht

  • Funktionen:
Grunddaten
Veranstaltungsart Seminar Langtext
Veranstaltungsnummer Kurztext
Semester SoSe 2026 SWS 2
Erwartete Teilnehmer/-innen 5 Max. Teilnehmer/-innen 5
Credits 4 - 5 Belegung Belegpflicht
Zeitfenster
Hyperlink
Weitere Links Studium liberale im IwiS (Modul E3)
Zu den Lageplänen der UDE
Glossar der verwendeten Studiengangsabkürzungen
Sprache Deutsch
Belegungsfristen E3 Losfrist    19.03.2026 10:00:00 - 25.03.2026 09:00:00   
Einrichtung :
Institut für wissenschaftliche Schlüsselkompetenzen IwiS
E3 Zwischenabmeldung    25.03.2026 09:00:01 - 26.03.2026 11:59:59   
Einrichtung :
Institut für wissenschaftliche Schlüsselkompetenzen IwiS
E3 Direkte Zulassung/Warteliste 1.VLW    26.03.2026 12:00:00 - 06.04.2026 08:00:00   
Einrichtung :
Institut für wissenschaftliche Schlüsselkompetenzen IwiS
E3 Abmelden 1.VLW    06.04.2026 08:00:01 - 30.09.2026 23:59:59    aktuell
Einrichtung :
Institut für wissenschaftliche Schlüsselkompetenzen IwiS
Termine Gruppe: [unbenannt] iCalendar Export für Outlook
  Tag Zeit Rhythmus Dauer Raum Raum-
plan
Status Bemerkung fällt aus am Max. Teilnehmer/-innen E-Learning
Einzeltermine anzeigen
iCalendar Export für Outlook
Do. 10:00 bis 12:00 wöch. von 16.04.2026      E - R11 T04 C60   Präsenzveranstaltung
Gruppe [unbenannt]:
 


Zugeordnete Person
Zugeordnete Person Zuständigkeit
Beißwenger, Michael , Prof. Dr.
Zuordnung zu Einrichtungen
Institut für wissenschaftliche Schlüsselkompetenzen IwiS
Inhalt
Kommentar

Worum es in diesem Seminar geht:

Unsere Alltagsannahmen über zwischenmenschliche Kommunikation gehen üblicherweise davon aus, dass Verstehen der Standardfall der Kommunikation ist und dass Missverstehen in erster Linie durch Unaufmerksamkeit oder uneindeutige Formulierungen zustandekommt. Betrachtet man Kommunikation hingegen unter der Perspektive, dass Verstehen etwas Subjektives ist, das jeweils im Bewusstsein der Beteiligten entsteht, und dass ein wechselseitiger Zugriff auf die Bewusstseinsprozesse des Gegenübers prinzipiell unmöglich ist, wird diese Annahme brüchig: Missverstehen erscheint dann als der naheliegende Ausgangspunkt, während die Herstellung von geteiltem Verstehen zur zentralen Herausforderung und Leistung (accomplishment) kommunikativer Praxis wird.

Im Seminar analysieren wir – ausgehend von Alltagserfahrungen mit Verstehen und Missverstehen – die Grundbedingungen sozialer Verständigung und fragen danach, wie kommunikatives Verstehen unter medialen und zeitlichen Bedingungen überhaupt möglich wird. Dabei nehmen wir gesprochene, geschriebene und digital vermittelte Kommunikation in den Blick und untersuchen, unter welchen Voraussetzungen der Mit- bzw. Nachvollzug sowie die Antizipation des Verstehens unserer Gegenüber denkbar werden – in mündlichen Gesprächen, beim Handeln mit Texten, in Chats und Social-Media-Umgebungen bis hin zur Kommunikation mit KI.

Neben linguistischen Konzepten des sprachlichen Handelns und der sprachlichen Organisation intersubjektiven Verstehens beschäftigen wir uns mit ausgewählten theoretischen Positionen aus Philosophie, Soziologie, Medientheorie und Anthropologie, die aus unterschiedlichen Perspektiven die Bedingungen der Sinnkonstitution im sozialen Vollzug thematisieren.

Detailliert beleuchten wir anschließend die medialen und zeitlichen Prägungen von Kommunikation. Dabei diskutieren wir unter anderem die folgenden Aspekte und untersuchen ihre Bedeutung für sprachliches Handeln und für das Verstehen kommunikativer Äußerungen:

  • die Rolle der Leiblichkeit als Mittlerin zwischen Bewusstsein und Lebenswelt (im phänomenologischen Sinn) sowie in der unmittelbaren kommunikativen Begegnung face-to-face,
  • die zeitliche Strukturiertheit des sozialen Vollzugs und die Konstruktion von Situationsannahmen in Kommunikation,
  • den Status von Medien als Erweiterungen menschlicher Handlungsmöglichkeiten, die im Gebrauch transparent werden, Kommunikationsprozesse aber grundlegend prägen,
  • die Entstehung, gesellschaftliche Weiterentwicklung und kulturelle Stabilisierung von Medien sowie der Praktiken ihres Gebrauchs,
  • die Frage, wo Medialität ihren Ursprung hat und welche Rolle kulturelle Prozesse für die Verstetigung kommunikativer Praktiken spielen.

An ausgewählten Sprachbeispielen werden wir die gemeinsam erarbeiteten Positionen an der „Kommunikationswirklichkeit“ messen und auf ihre Plausibilität hin überprüfen.

Was im Seminar von Ihnen gefordert wird:

Für die erfolgreiche Teilnahme am Seminar ist die Bereitschaft, sich mit theoretischen Texten aus unterschiedlichen Disziplinen auseinanderzusetzen, unerlässlich. Diese werden in Ausschnitten zur Verfügung gestellt und – unterstützt durch Leitfragen, die auf die zentralen Themen der jeweiligen Sitzungen hinführen – in Lektüreteams erarbeitet.

Die Ergebnisse der kooperativen Texterschließung bilden den Input für die Seminarsitzungen, in denen wir den Ertrag aus der Lektüre vor dem Hintergrund klar umrissener Problemstellungen zusammenführen, diskutieren und sichern. Ziel ist dabei nicht die Reproduktion theoretischer Positionen, sondern deren gemeinsame Durchdringung und kritische Diskussion anhand konkreter kommunikativer Phänomene.

Was Sie durch den Besuch des Seminars gewinnen können:

Die Teilnahme am Seminar eröffnet Ihnen eine differenzierte, theoretisch fundierte Sicht auf die Bedingungen und Herausforderungen sozialer Verständigung, auf die mediale Verfasstheit von Kommunikationsprozessen sowie auf die Zeitlichkeitsbedingungen sprachlichen Handelns. Dabei ergeben sich vielfältige Anknüpfungspunkte zu wichtigen Nachbardisziplinen wie Philosophie und Soziologie.

Sie werden Ihr Wissen zu den Organisationsprinzipien von Interaktion und Text sowie zu deren medialen, zeitlichen und kulturellen Bedingungen weiterentwickeln können – auch im Hinblick auf digitale Kommunikationsformen, die den kommunikativen Alltag zunehmend prägen.

Bemerkung Anmeldefrist ab dem 19.03.2026. Eine Liste freier E3-Plätze und weitere Informationen finden Sie auf unserer Homepage. Als Fachstudent*in wählen Sie zur Anmeldung das fachintern übliche Verfahren; bei LSF: die gleichnamige Veranstaltung ohne das Präfix 'E3'.
Voraussetzungen In E3 nicht geeignet für:
2-Fach GeiWi.
Die 4-Credit-Variante ist ohne Benotung! Daher nicht geeignet für: Fak. Chemie; EIT M.Sc., M_AEM, NanoEng M.Sc.

Bitte nehmen Sie zur Kenntnis, dass Sie die E3-Ausschlüsse immer selbständig bei Ihrer Auswahl beachten müssen. Das LSF-System schließt Fehlanmeldungen nicht aus. Auch ist im System nicht ersichtlich, nach welcher PO Sie studieren, oder welche/s Fachwissenschaft/Anwendungsfach vorliegt.
Leistungsnachweis Seminarbegleitende Bearbeitung von Aufgaben: 4 Cr. (ohne Benotung), optional zusätzlich schriftliche Ausarbeitung: 5 Cr. (mit Benotung)

Für alle E3 Kurse gilt, dass Sie sich nicht beim Prüfungswesen anmelden können/müssen. In der Regel sind Sie mit der Zulassung zum Kurs zur Prüfung angemeldet.

Strukturbaum
Die Veranstaltung wurde 2 mal im Vorlesungsverzeichnis SoSe 2026 gefunden:
Kultur & Gesellschaft  - - - 1