Diese Übung wird als Grundlagenübung und für die Entwicklung künstlerischer Projekte angeboten.
Die Anwesenheit zur ersten Übungssitzung ist auf Grund der Sicherheitseinführung verpflichtend.
Im Mittelpunkt der Übung steht die Radierung als Ausgangspunkt für ein erweitertes, experimentelles Arbeiten. Zu Beginn des Seminars wird die Radiertechnik gemeinsam neu erarbeitet. Aufbauend auf den im Kurs entstehenden Platten und Drucken werden anschließend verschiedene Techniken vorgestellt, die den klassischen Tiefdruck um vielfältige Mischformen ergänzen und erweitern.
Die Einführung in die Mischtechniken erfolgt im Rahmen einer Blockveranstaltung durch die Künstlerin Nana Seeber. Nana Seeber verfügt in ihrem künstlerischen Werk über ausgewiesene Erfahrung in der Verbindung klassischer Druckverfahren mit zeitgenössischen Mischtechniken, insbesondere in der Anwendung von Papyrographie, Prägedruck und Schablonentechniken. Durch die Kombination von Radierung mit, Prägedruck, Schablonentechniken sowie collageartigen Verfahren eröffnen sich neue Möglichkeiten, Bildräume neu zu denken, Drucke zu überlagern und komplexe, vielschichtige Bildfindungen zu entwickeln. Auch das direkte Weiterarbeiten in bestehenden Drucken – etwa durch zeichnerische Eingriffe – schafft zusätzliche Ebenen der Bildgestaltung. Ebenso können die im Seminar entstandenen Radierplatten im Druckprozess selbst mit den genannten Verfahren kombiniert und weiterentwickelt werden.
Die Papyrographie als Transferdrucktechnik ermöglicht die direkte Umsetzung von Fotografien in monochrome Drucke. Dabei wird ein Laserausdruck mit Farbe eingewalzt und umgedruckt. Der papierne Druckstock erlaubt einen collageartigen Umgang, bei dem bewusste Brüche, Überlagerungen und differenzierte Grauwerte entstehen können. Der Prägedruck bezieht zudem gezielt die haptischen Qualitäten des Papiers mit ein, während Schablonen neue Weißräume, Unterbrechungen und formale Kontraste schaffen.
Ziel des Seminars ist es, einen breiten Einblick in die Möglichkeiten der Mischtechniken zu geben und einen experimentellen Umgang mit Material und Druckprozess zu fördern. Dabei werden Wege aufgezeigt, wie die erlernten Verfahren für individuelle bildnerische Fragestellungen nutzbar gemacht werden können. Die Entwicklung technischer Lösungen sowie die gemeinsame Betrachtung und Besprechung der Arbeiten unterstützen ein vertieftes Weiterdenken der Radierung. |