| Kommentar |
Performance Art hat sich in der Welt der zeitgenössischen Kunst international etabliert und erschafft flüchtige Laborsituationen, in denen alle nur denkbaren virulenten gesellschaftlichen Fragen verhandelt werden (können). Im Zentrum dieser intermedialen, prozessorientierten Kunstform steht eine einmalige Handlung des eigenen Körpers. Will Kunstunterricht in der Schule dem Anspruch genügen, Kinder und Jugendliche an zeitgenössische Kunst und ihre ästhetischen Praxen heranzuführen, so führt kein Weg an Performance Art vorbei. Immer wieder sind jedoch Vorbehalte zu hören, diese Kunstform sei für Schüler*innen zu abstrakt, zu komplex und sowieso schwer vermittelbar. Das Seminar will diese Vorurteile entkräften: Es zeigt, wie gut Performance Art an kulturelle Praxen von Kindern und Jugendlichen anschlussfähig ist und wie ihre Vermittlung einen handlungs-, erfahrungs- und sozialraumorientierten Kunstunterricht schaffen kann, der einen Raum der Selbstermächtigung eröffnet.
Im Seminar erproben wir gemeinsam ein Übungsrepertoire, das sich an verschiedene Schulformen und Altersstufen anpassen lässt und bei der Entwicklung, Aufführung und Diskussion eigener Performances unterstützt. Dabei loten wir die Gesamtheit der ‚Situation’ einer performativen Handlung aus: die eigene Körperlichkeit, die Beziehung zu Ort und Zeit, zu Objekten und Materialien sowie zum Publikum. Wir diskutieren didaktische und pädagogische Aspekte. |
| Literatur |
Anna Stern (2020): Räume schaffen - eine explorative Fallstudie am Beispiel der Vermittlung von Site-specific Performance Art in der Primarstufe. kopaed
Antje Dudek, Marie Newid (Hg.) (2017): Performance Art Education. Hochschulverlag Burg Giebichenstein
Roselee Goldberg (2014): Die Kunst der Performance vom Futurismus bis heute. Deutscher Kunstverlag
Marie Luise Lange (Hg.)(2006): Performativität erfahren. Aktionskunst lehren - Aktionskunst lernen. Schibri-Verlag |