Gruppe 1: Peter Ellenbruch: Grundlagen der Filminterpretation
Filmische Darstellungen und Erzählungen spielen in der heutigen Alltagswelt fast omnipräsent eine Rolle (sowohl im Kino als auch in sekundärmedialen Formen in Fernsehen, sogenannten Streaming-Diensten und anderen Internet-Bewegtbildformen). Um aber im Schulunterricht oder in der Forschung adäquat mit Filmen umgehen zu können, braucht man sowohl ein spezifisches Instrumentarium von analytischen Termini als auch eine damit zusammenhängende Schulung der eigenen Wahrnehmung. Dieses Seminar stellt in einem ersten Schritt die grundlegenden filmanalytischen Termini vor, bevor in einem zweiten an vielen verschiedenen Materialien diskutiert wird, wie filmische Abbildungen und Erzählungen interpretiert werden können. Denn die filmische Interpretation kann nur gelingen, wenn medienspezifische Beobachtungen und Analysen (und nicht bloße Plotbeschreibungen oder oberflächliche Figurencharakterisierungen) deren Grundlage bilden. So ist es Ziel des Seminars, die Sensibilität gegenüber filmischen Bildern zu schärfen, um im Sinne einer Medienkompetenz wissenschaftlich tragfähige Filminterpretationen bezüglich der Erzählstrukturen und auch quellenkritischer Beobachtungen am Bildmaterial anlegen und vermitteln zu können.
LITERATUR zur Vorbereitung:
Rudolf Arnheim: Film als Kunst. Frankfurt/M.: Suhrkamp 2002. (oder eine andere Ausgabe) Weitere Literatur wird während des Seminars über den Online-Semesterapparat zur Verfügung gestellt.
Zu erbringende Studienleistungen werden in der ersten Sitzung bekanntgegeben.
Gruppe 2: Dr. Anna Quednau: Die horen: "Faltenwurf: Mode"
„Ganz alltäglich und doch besonders sind wir von Mode und Kleidung umgeben. Wir ziehen sie an, ziehen sie aus – ob nur gewöhnlich im Alltagsablauf und zu unterschiedlichen Anlässen, gerne auch zur spielerischen oder täuschenden Inszenierung unterschiedlicher Rollen. Kleidung verzaubert, berückt, ist kraftvoll und gleichzeitig funktionell. Sie lässt uns wachsen, manchmal stolpern, verbindet und trennt uns, beengt und öffnet Welten. Gekoppelt an die Mechanismen des Konsums, der Produktion, des Patriarchats, geht sie einher mit Erwartungen an bestimmten Haltungen. Und unter ihr die Haut, Nacktheit, ein Körper, der durch sie geprägt ist, und der verhüllt oder enthüllt werden kann.“
So lautet der Ankündigungstext der Literaturzeitschrift „Die Horen“ für das Heft 301 aus diesem Jahr. Die Zeitschrift widmet sich in diesem Heft in bisher unveröffentlichten literarischen Texten, künstlerischen Arbeiten und Essays dem Thema ‚Mode‘. Wir wollen uns im Seminar zum einen mit Mode und Kleidung in diesen Texten und Arbeiten der Gegenwart beschäftigen, sie aber auch theoretisch kontextualisieren und als Gegenstand von Literatur generell in den Blick nehmen. Zum anderen werden wir das Medium der Literaturzeitschrift kennenlernen, nach Funktionen, Aufgaben und historischen Ursprüngen fragen und anhand von Beispielen vergleichend betrachten.
Anzuschaffen ist:
die horen. Zeitschrift für Literatur, Kunst und Kritik; Bd. 301. (2026)
Texturen des Öffentlichen. FALTENWURF: MODE – TANJA MALJARTSCHUK. ISBN 978-3-8353-6024-2
Gruppe 3: Dr. Hanna Köllhofer-Köhli - Das Hörspiel der 50er Jahre
Die unmittelbare Zeit nach dem deutschen Faschismus bis Ende der 50er Jahre ist in der literarischen Auseinandersetzung und ebenso im Hörspiel von einer thematischen Vielfalt geprägt. Von der Rückschau auf die Gräuel der Nationalsoziallisten bis hin zum inneren ‚Fluchtversuch‘ in die Unterhaltung durch die sogenannten ‚Straßenfeger‘, den Kriminalhörspielen, finden wir in Form und Inhalt verschiedene Ausrichtungen im Hörspiel dieser Zeit. Welche historischen, sozialen, politischen und medialen Bedingungen sind maßgeblich für die Produktion und Rezeption von Hörspielen der fünfziger Jahre? Welche methodischen Fragen müssen aus literaturwissenschaftlicher Perspektive gestellt werden, um diese Hörwerke adäquat ‚lesen‘ zu können?
Sie alle kennen Hörspiele aus ihrer frühen literarischen Sozialisation. In diesem Seminar lernen Sie die Gattung Hörspiel und insbesondere das Hörspiel der 50er Jahre nun aus der ‚erwachsenen‘ sowie literaturwissenschaftlichen Perspektive kennen.
Hörspiele und erste Literatur werden zur Verfügung gestellt.
Zu erbringende Studienleistungen werden in der ersten Sitzung bekanntgegeben.
Gruppe 4: Markus Steinmayr: Gelesene Literatur. New Adult, Dark academia
Dass Leute andere Bücher lesen als Literaturwissenschaftler untersuchen, ist eine Binsenweisheit. Das Genre "New Adult" gehört zu den erfolgreichen Genres auf dem Buchmarkt der Gegenwart. Es adressiert junge Leserinnen und Leser und ist sehr populär. Subgenres wie "Dark academia" finden viele Leserinnen und Leser. Wir werden diese Genres im Lichte einer Literaturgeschichte der Gegenwart untersuchen und uns mit der Funktion populärer Literatur beschäftigen. Zunächst wollen das genrebegründende Werk von Colleen Hover "Slammed (dt: Weil ich Layken liebe, 2009) lesen, dann Nikola Hotel "Wenn ich falle" (2022), Rebecca F. Kuang: "Babel" (2022). Weitere Texte kommen noch eventuell dazu.
Zur Einführung:
Steffen Martus: Erzählte Welt. Eine Literaturgeschichte der Gegenwart 1989 bis heute. Berlin 2025.
Steffen Martus/Carlos Spoerhase: Gelesene Literatur. Populäre Lektüre im Medienwandel [=Text+Kritik, Zeitschrift für Literatur, XII/18]. München 2018.
Ein Moodle-Kurs wird erstellt. Die Zugangsdaten erhalten Sie in der ersten Sitzung.
Bitte beachten Sie:
Im Wahlmodul "Sprache und Literatur in medialen Kontexten" ist es nun möglich, statt dem dritten Seminar ein Fachpraktikum zu absolvieren.
Das Praktikum muss in einem medienaffinen Bereich erfolgen und mindestens 90 Zeitstunden (=3 ECTS) umfassen. Vorab ist das Praktikum bei Frau Dr. Drawe aus dem Praktikumsbüro anzumelden, und zwar mit einer halbseitigen Beschreibung des Unternehmens/der Institution sowie der konkreten Tätigkeiten, die auf den/die Praktikant*in zukommen werden, sowie einer kurzen Erläuterung, inwiefern das Praktikum einen Bezug zu den Inhalten des Wahlmoduls hat. Die Beschreibung soll zudem den (voraussichtlichen) Termin des Praktikums enthalten sowie eine Angabe zum zeitlichen Umfang oder wahlweise eine Deklaration, dass der Umfang der Tätigkeiten mindestens 90 Zeitstunden beträgt
Nach Absolvierung des Praktikums ist Frau Dr. Drawe eine Praktikumsbescheinigung durch das Unternehmen/die Institution sowie das Anmeldeformular zur Modulprüfung vorzulegen, auf dem das Praktikum bescheinigt wird.
Hier finden Sie das Anmeldeformular zur Prüfung. |