G1: Inklusiver Deutschunterricht: Flüssiges Lesen und Flüssiges Schreiben [Dr. Ilka T. Fladung]
Das Ziel von G1 ist die Auseinandersetzung mit den Kompetenzbereichen Lesen und Schreiben und mit verschiedenen sozialen Differenzkategorien wie bspw. Herkunftssprache, ethnokulturelle Zugehörigkeit und *Behinderung. Warum? Weil Studien immer wieder zeigen, dass derartige Differenzkategorien in Schulen und anderen formalen Bildungsinstitutionen mit strukturellen Barrieren und systematischer Diskriminierung verbunden sein können.
In diesem Seminar möchte ich mit Ihnen verschiedene Zugriffsmöglichkeit auf die Frage, wie inklusiver Lese- und Schreibunterricht aussehen könnte, erarbeiten. Konkret soll der fachliche Schwerpunkt auf den hierarchieniedrigen Teilprozessen des Lesens und Schreibens liegen, also auf dem flüssigen Lesen und Schreiben.
Ein Zugriff erfolgt über die Auseinandersetzung mit ausgewählten theoretischen Debatten aus dem Bereich der (deutschdidaktischen) Inklusionspädagogik; ein weiterer Zugriff sollen Möglichkeiten der konkreten, alltäglichen inklusiven Unterrichtsplanung sein und in einem letzten Zugriff sollen Sie die Möglichkeit bekommen, offene Fragen aus diesem Themenbereich so zuzuschneiden, dass sie sich als Themen für Forschungsprojekte im PXS eignen.
G2: Diversitätssensible Bilderbücher im inklusiven Deutschunterricht [Dr. Larissa Carolin Jagdschian]
Slogans wie „Schule für alle“ oder „inklusive Schule“ bündeln terminologisch die Vorstellungen von heterogenen Lerngruppen. Damit verbunden sind häufig Konzepte wie Inklusion, Heterogenität oder Diversität. Beschäftigt man sich mit diesen Begriffen genauer, stellt man schnell fest, dass es umbrella terms sind, die versuchen, den vielfältigen Voraussetzungen in der Schule gerecht zu werden. Hier setzt das Seminar an. Am Beispiel von verschiedenen Differenzkategorien (class, race, gender) und Bilderbüchern erörtern wir theoriegebunden, wie ein diversitätsbewusster Umgang und Literaturunterricht gestaltet werden kann. Die Bilderbücher werden in der ersten Sitzung bekannt gegeben.
G3: Schreiben im inklusiven Deutschunterricht [Hendrik Schmalenberg]
Selten hatte ein Begriff in gesamtgesellschaftlichen wie auch in allgemeindidaktischen Diskursen eine derartige Hochkonjunktur wie der Begriff der Inklusion. Seit der Ratifizierung der UN-Behindertenrechtskonvention 2009 und der damit einhergehenden Schaffung rechtlicher Rahmenbedingungen und bildungspolitischer Vorgaben für die Umsetzung schulischer Inklusion sehen sich die Fachdidaktiken mit der Herausforderung konfrontiert, Konzepte zur Realisierung des gemeinsamen Lernens zu entwickeln, zu erproben und kritisch zu reflektieren (vgl. Hochstadt/Olsen 2019, 8; Lipkowski/Schüller 2023, 7). Im Deutschunterricht gilt es daher, beispielsweise im Bereich des Schreibens Settings zu schaffen, in denen alle Kinder die Möglichkeit haben, schriftsprachliche Erfahrungen zu sammeln und entsprechende Kompetenzen auszubauen (vgl. Diroll et al. 2020).
Ausgehend von einem weiten Inklusionsverständnis (u. a. Bock 2019, 32) sollen Sie im Rahmen des Seminars einen ersten Einblick in Potenziale eines inklusiven Schreibunterrichts bekommen: Was ist eigentlich Schreibkompetenz? Wie diagnostiziere und fördere ich Schreibfähigkeiten? Wie gestalte ich inklusive Schreibarrangements? Einen Schwerpunkt bildet dabei das Konzept des individuell bedeutsamen Schreibens nach Leßmann (2025). Anhand authentischer Beispiele erproben und reflektieren Sie zudem erste Teile einer schriftlichen Unterrichtsplanung (u. a. Verlaufsplanung einer Stunde, Lernausgangslage) und entwickeln Ideen für mögliche Studienprojekte im Praxissemester.
G4 Von Jungen mit Goldkettchen und solchen, die es vielleicht noch werden wollen: Bildungsbenachteiligung, Armutsbetroffenheit und Neurodiversität im Literaturunterricht der Grundschule mit einem besonderen Blick auf Jungen [Dr. Markus Engelns]
Das Seminar beschäftigt sich mit den inklusiven Grundlagen der Literaturdidaktik aus der Perspektive von Jungen als die ‚neuen‘ Verlierer des Bildungssystems. Dabei betrachten wir mögliche Lerndispositionen, biografische und auch neurobiologische Faktoren, die den Zugang von bildungsbenachteiligten und armutsbetroffenen Jungen zum Unterricht und zur Bildung erschweren. Anhand biografischer Einzelfälle erschließen wir Möglichkeiten zur Verbesserung von schulischen Angeboten und Unterrichtskonzeptionen. Zudem lernen wir in einem Workshop mit Lea Bachmann (Universität zu Köln) mehr über aktuelle Ansätze der inklusiven Didaktik.
G5 (Markus Grzella): Leseförderung im inklusiven Deutschunterricht R11 R05 C67
Im Seminar befassen wir uns mit der Domäne ‚Lesen‘ und bearbeiten die Frage, wie im inklusiven Deutschunterricht der Grundschule Schüler:innen beim Dekodieren von Wörtern und dem Textverstehen am besten begleitet und gefördert werden können.
Dem Seminar liegt ein Präsenzlehrekonzept zugrunde, das sehr wesentlich auf den gemeinsamen Austausch zu konkreten, praxisnahen Problemstellungen setzt. In Gruppen und im Plenum steht die gemeinsame Interaktion im Zentrum.
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