Gruppe 1: Prof. Dr. Magdalena Kißling: Multimodaler Literaturunterricht
Wenn Kinder und Jugendliche lesen, begegnen ihnen Texte, in denen Schrift, Bild, Ton, Raum und Performanz untrennbar miteinander verschmolzen sind. Um dieser medialen Realität gerecht zu werden, rückt der Begriff der Multimodalität zunehmend in den Fokus von Kernlehrplänen und deutschdidaktischen Konzepten. Doch was genau bedeutet „Multimodalität“ im literaturdidaktischen Kontext? Welche spezifischen Kompetenzen fordert und fördert das Zusammenspiel verschiedener Zeichensysteme bei den Schüler:innen? In diesem Seminar werden wir uns diesen Fragen theoretisch wie praktisch annähern. Im ersten Teil klären wir die theoretischen Grundlagen des Multimodalitätsbegriffs. Im zweiten Teil untersuchen wir anhand konkreter Gegenstände die Bandbreite multimodalen Erzählens. Dabei analysieren wir:
- das Bilderbuch als Klassiker des Bild-Text-Zusammenspiels
- den Comicroman als Brücke zwischen visuell und multimodal geprägter Medienwelt (Social Media, Games) und traditionellem Medium Buch
- den Versroman, in dem Typographie, Layout und Lyrik neue Symbiosen eingehen
- das Theater als Raum, in dem Text, Körper, Licht und Sound interagieren
- das Literaturfestival als kulturelles Ereignis, das Literatur als inszeniertes und multimodales Gesamterlebnis erfahrbar macht.
Auf dieser Basis werden wir im dritten Teil didaktische Konzepte und Modelle diskutieren und erproben.
Einführende Literatur
Dammers, Ben; Seidler, Andreas & Staiger, Michael (Hrsg.) (2020): Multimodales Erzählen im Deutschunterricht. [Themenhefte I & II]. In: MiDU – Medien im Deutschunterricht.
Gruppe 2: Prof. Dr. Magdalena Kißling / Asmae Makhloufi: Didaktik literarischer Mehrsprachigkeit
Das Seminar rückt Mehrsprachigkeit als literarästhetisches Phänomen in Literaturgeschichte und literalen Praktiken in den Fokus. Im Sinn des Postmigrantischen wird damit Mehrsprachigkeit in literarischer und alltagspraktischer Selbstverständlichkeit beleuchtet und nicht als ein nationalpolitisch und didaktisch problembehaftetes Produkt von Migration und Flucht behandelt, wie es in gegenwärtigen Bildungskontexten oft zu beobachten ist.
Das Seminar ist an eine Ringvorlesung angebunden, die eine vielperspektivische Herangehensweise auf literarische Mehrsprachigkeit erlaubt. Die insg. sieben Vorträge, die wir im Seminar gemeinsam hören, besprechen und auf Baiss von Grundlagentexte vertiefen werden, lassen sich in zwei Blöcke unterteilen. Der erste Block „It’s always been there“ verfolgt das Anliegen, mehrsprachige Literatur in der einsprachigen Literaturgeschichte wiederzuentdecken und auf dieser Basis den (Deutungs-)Kanon für die schulische Lehre neu zu perspektivieren. Mit dem zweiten Block „How it works“ werden laufende Forschungsprojekte fokussieren, die qualitativ-empirisch ausgerichtet sind und Rezeptionsästhetiken, Rezeptionspraktiken sowie Beliefs und Bedarfe im Kontext mehrsprachiger Literatur und Medien untersuchen. Ziel ist es, Wissen über literarästhetische Praktiken auszudifferenzieren, um auf dieser Basis literarische Vermittlungsprozesse im schulischen Kontext weiterzuentwickeln.
Das Seminar kann für die Zusatzqualifikation „Sprachbildung in mehrsprachiger Gesellschaft (ZuS)“ angerechnet werden.
Gruppe 3: Dr. Philipp Böttcher: Bertolt Brechts Gedichte im Literaturunterricht (inkl. Inklusion).
Das Seminar führt am Beispiel der Gedichte Bertolt Brechts in den lyrikvermittelnden Literaturunterricht ein. Neben lyrischem und gegenstandstandbezogenem literaturhistorischen Grundlagenwissen steht die Vermittlung literaturdidaktischen Basiswissens im Fokus, etwa über Phasierung und Planung von Unterricht oder über unterschiedliche Vermittlungszugänge (analytische, produktions-, handlungs- und rezeptionsorientierte Verfahren). Besondere Berücksichtigung finden dabei die Anforderungen eines inklusiven Deutschunterrichts und der Umgang mit heterogenen Lerngruppen. Die Bereitschaft zur regelmäßigen aktiven Teilnahme am Seminar wird vorausgesetzt. Alle weiteren Informationen werden in der ersten Seminarsitzung bekannt gegeben.
Gruppe 4: Carina Eckardt: Balladen und ihre Didaktik: Fokus Produktionsorientierung (Inklusion)
Die Ballade ist ein „fester Bestandteil des Literaturunterrichts“ (Dube/Führer 2020). Ziel des Seminars ist es, sich literaturwissenschaftlich mit den Charakteristika des Unterrichtsgegenstandes auseinanderzusetzen. Neben kanonisierten Texten werden auch jüngere Balladen sowie mediale Transformationen berücksichtigt. Davon ausgehend intendiert das Seminar, das Potential der Ballade für das literarische Lernen auszuloten und Möglichkeiten der Vermittlung von Balladen zu diskutieren. Ein Schwerpunkt liegt im Zuge dessen auf den Verfahren des produktionsorientierten Literaturunterrichts. Entsprechende Aufgabensets sollen im Rahmen der Studienleistung in Teams entwickelt werden.
Voraussetzung für die Teilnahme am Seminar und den Erwerb von Leistungspunkten ist ein erfolgreiches Absolvieren der Module Literatur I und Linguistik I (siehe Prüfungsordnung).
Gruppe 5: Carina Eckardt: Balladen und ihre Didaktik: Fokus Szenische Interpretation
Die Ballade ist ein „fester Bestandteil des Literaturunterrichts“ (Dube/Führer 2020). Ziel des Seminars ist es, sich literaturwissenschaftlich mit den Charakteristika des Unterrichtsgegenstandes auseinanderzusetzen. Neben kanonisierten Texten werden auch jüngere Balladen sowie mediale Transformationen berücksichtigt. Davon ausgehend intendiert das Seminar, das Potential der Ballade für das literarische Lernen auszuloten und Möglichkeiten der Vermittlung von Balladen zu diskutieren. Ein Schwerpunkt liegt im Zuge dessen auf den Verfahren der Szenischen Interpretation. Entsprechende Aufgabensets sollen im Rahmen der Studienleistung in Teams entwickelt werden.
Voraussetzung für die Teilnahme am Seminar und den Erwerb von Leistungspunkten ist ein erfolgreiches Absolvieren der Module Literatur I und Linguistik I (siehe Prüfungsordnung).
Gruppe 6: Thomas Stachelhaus: Dem Täter auf der Spur: Literarisches Lernen mit Kriminal- und Detektivgeschichten (Sek. I und Sek. II) (Inklusion)
Ob die Drei ??? in Rocky Beach, Rico im Berliner Kiez oder die Scuderi im Paris des 17. Jahrhunderts: Sie alle werden bisweilen unfreiwillig Teil mysteriöser Geschehen, die sie zur (Laien-)Ermittlung anspornen. Dabei stehen den Figuren weder Übergewicht, Ohnmachtsanfälle noch Tiefbegabung im Weg. Überdies ist es die Scuderi, die, wie einst noch an anderer prominenter Stelle beklagt, tief in die Gemütsfassung der möglichen Täter schaut. Das ist insofern wichtig, als dass der Blick auf Beweggründe menschliches Fehlverhalten zwar nicht entschuldigt, aber verstehen lässt.
Und dann ist da noch der Richter Adam, der seine eigene Tat vor Gericht zu verschleiern versucht.
Am Beispiel ausgewählter Texte und Textauszügen untersuchen wir literarische Verbrechensdiskurse und betrachten dabei drei zentrale Felder: Die Texte / Das Hörspiel müssen/ muss bis zum jeweiligen Termin gelesen/gehört sein, ausgewählte Sekundärtexte wird bis zur Vorbesprechung zur Verfügung gestellt.
Fragen von Inklusion stehen bei Steinhöfels Roman im Zentrum.
Neben literaturtheoretischen und literaturdidaktischen Perspektiven richten wir den Blick auf die Praxis. Vom Dozenten erprobte Unterrichtsreihen aus der Schulpraxis sollen diskutiert werden. Sie sollten also Interesse an theoretischen Fragestellungen wie auch unterrichtspraktischen Elementen haben. Zudem wird eine Zusammenarbeit mit Schüler:innen eines Gymnasiums angestrebt.
Informationen zu den Studien- und Prüfungsleistungen sowie zu den Texten und Medien erhalten Sie in der Vorbesprechung. |