| Kommentar |
Schwerpunkt des Seminars ist die Diskussion des Artusromans „Iwein“ Hartmanns von Aue im Bezugsfeld der Feenerzählung des Typs der gestörten Mahrtenehe. Mit dem Terminus Mahrtenehe wird allgemein das erotische Liebesverhältnis bzw. die Ehe zwischen einem Menschen und einem übernatürlichen Wesen bezeichnet. Dass der „Iwein“-Stoff im Kern eine Feenerzählung ist, wird in der Forschung seit langem diskutiert und wird in Julia Breulmanns Studie „Erzählstruktur und Hofkultur“ (2009) auf breiter Textbasis und mit aktueller Methodik dargelegt und untermauert. Im Seminar sollen u. a. die Dreieckskonstellation Iwein – Laudine – Lunete, die Polarität zwischen Artus- und Anderswelt sowie Motive wie Tabubruch und Treueprobe genauer untersucht werden. Um die Besonderheiten der Ausgestaltung des Feenschemas in Hartmanns Roman nachzuvollziehen, wird auch die Stofftradition des „Iwein“ (siehe hierzu Breulmann: Erzählstruktur und Hofkultur) näher betrachtet werden. Als Vergleichstext werden zudem Auszüge aus Konrads von Würzburg fragmentarisch überliefertem Roman „Partonopier und Meliur“ einbezogen, um unterschiedliche Ausprägungen und Funktionalisierungen des Motivs der Feenliebe im Kontext der höfischen Literatur kennenzulernen. |