| Kommentar |
Die zeitgenössische französische Philosophie (Poststrukturalismus, Diskursanalyse, historische Epistemologie) fasziniert durch ihre Radikalität, gilt jedoch oft als hermetisch und schwer zugänglich. Dieses Seminar bietet einen systematischen und fundierten Zugang zu diesen Theorien, indem es deren theoretische Wurzeln freilegt. Die Kernthese des Seminars lautet: Die Denkbewegungen von Derrida, Foucault, Deleuze und Guattari lassen sich nur dann in ihrer vollen Tragfähigkeit begreifen, wenn man ihre spezifisch französische Transformation der klassischen Subjekt- und Vernunftkritik versteht.
Wir erarbeiten uns diesen Zugang methodisch in drei Schritten:
- Die Fundamente (Vernunft und Unbewusstes): Wir beginnen mit Immanuel Kants kritischer Bestimmung der Vernunftgrenzen und Sigmund Freuds Entdeckung des Unbewussten, um das theoretische Problemfeld von Subjektivität und Rationalität abzustecken.
- Die französische Vermittlung (Bachelard und Lacan): Im zweiten Schritt untersuchen wir, wie diese Konzepte in Frankreich produktiv aufgenommen und radikalisiert wurden. Über Gaston Bachelards historische Epistemologie („der epistemologische Bruch“) und Jacques Lacans strukturalistische Psychoanalyse schlagen wir die Brücke zur Auflösung des klassischen Subjektbegriffs.
- Die Rezeption und Kritik (Derrida, Foucault, Deleuze & Guattari): Auf diesem Fundament analysieren wir schließlich die Haupttexte des neueren französischen Denkens. Wir prüfen die Tragfähigkeit von Jacques Derridas Konzept der Dekonstruktion, Michel Foucaults Analysen von Macht und Diskurs sowie das kollaborative Werk von Gilles Deleuze und Félix Guattari (Schizoanalyse und Rhizom-Theorie).
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| Bemerkung |
B.A. LA GyGe: M5: SE Erkenntnistheorie/Wissenschaftstheorie; M10: SE Theoretische Philosophie
B.A. LA HRSGe: M5: SE Erkenntnistheorie/Wissenschaftstheorie
B.A. Angewandte Philosophie: M5: SE Erkenntnistheorie/Wissenschaftstheorie; M10: SE Theoretische Philosophie
M.A. (ab WS 2012/13): Ib, IIb, IIIb
M.Ed. GyGe: M3; M9
M.Ed HRSGe: M3 |