| Kommentar |
In Zeiten, in denen „Volksgenossinnen“ sich im „Volkskörper“ wohlfühlen und in der „Volksgemeinschaft“ aufgehen, gilt es den politiktheoretischen analytischen Horizont des „Völkischen“ zu ermitteln und um die Erkundung der Begriffe von „demos“ oder „ethnos“ zu erweitern. Im Seminar wird erörtert, in wieweit die politischen Phänomene von „Nation“ und „Volk“ zu differenzieren sind und welche Implikationen und Konnotation zwischen der Herrschaftsform der Demokratie und dem vermeintlichen Souverän abzuleiten sind. Während der Begriff der „Nation“ in starkem Maße an das Phänomen des „Staates an sich“ (Hegel) gebunden scheint, lässt sich der ambiguitäre Begriff des „Volkes“ in viel leichterem Maße ethniesieren und sozialdarwinistisch aufladen und befördert auf diese Weise Politiken von Segregation, Kulturdominanz und Assimilation bis hin zu Strategien der Exterminierung des imaginierten Fremden. Dies gilt es im Seminar einer politik-theoretischen Analysis zu unterziehen.
Als Quellentexte dienen themenspezifische Exzerpte aus den Schriften von Platon, Aristoteles, Th. Hobbes, J-J. Rousseau; ebenso Texte von Theodor W. Adorno, Emerich Francis, Giorgio Agamben, Michael Wildt, Helmuth Plessner und Paolo Virno. |