| Kommentar |
Im Zuge der Digitalisierung haben sich neue Formen der Arbeitsorganisation etabliert. Eine Form stellt die Ausübung von einzelnen Arbeitsaufträgen dar, die über digitale Plattformen vermittelt werden. Im öffentlichen Raum wird diese Arbeitsform etwa in Form von Essenskurieren („Ridern“) besonders sichtbar. Digital Plattformarbeitende („Crowdworker:innen“), die etwa Texte verfassen, Content moderieren oder Umfragen beantworten, bleiben hingegen häufig unsichtbar. In der Plattformökonomie sind die Arbeitenden überwiegend als Selbstständige tätig, d.h. sie sind nicht bei den Plattformunternehmen angestellt, sondern werden pro Auftrag bezahlt. Arbeit in der Plattformökonomie wird daher als besonders selbstbestimmte und flexible Arbeitsform beschrieben, da die Arbeitenden beispielsweise selbst darüber bestimmen können, welche Aufträge sie auswählen oder wann und wo sie arbeiten wollen. Zugleich sind die Plattformarbeitenden bei der Auswahl etwa durch das verfügbare Auftragsauftragsangebot oder die Höhe der Vergütung eingeschränkt. Die Plattformunternehmen stehen vor der Herausforderung, die Crowdworker:innen zu motivieren und an die Plattform zu binden, um die Bearbeitung aller anfallenden Aufträge sicherzustellen.
Auf Basis von konzeptionellen Beiträgen und aktuellen empirischen Studien befasst sich das Seminar aus Subjekt- und Organisationsperspektive mit der Ausgestaltung und den Spezifika digitaler Arbeitsorganisation und Kontrolle in der Plattformökonomie. Die Themen umfassen beispielsweise die Organisationsformen digitaler Plattformen, Globalisierung und soziale Ungleichheit, Algorithmisches Management oder Interessenorganisation und Protest von Plattformarbeitenden. |