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[Gruppe G1 | Mo. 14-16] Markus Grzella: Mündliche Kommunikation im Deutschunterricht der Sekundarstufen und des Berufskollegs (inkl. 3 ECTS Inklusion)
Mündliche Kommunikation stellt einen wesentlichen Bestandteil unterrichtlicher Praxis dar. In Unterrichtsgesprächen, Gruppenarbeiten oder Präsentationen beteiligen sich Schüler:innen und erklären, argumentieren oder erzählen mündlich. Weitet man den Blick aufs Berufskolleg, so sieht man im Fach Deutsch/Kommunikation zusätzlich noch die berufliche Kommunikation in beispielsweise Verkaufsgesprächen als einen weiteren Aspekt.
Kommunikation wird aber nur selten zum eigentlichen Unterrichtsgegenstand gemacht. Wie können Schüler:innen gefördert werden, wenn sie mündlich erzählen? Wie kann eine Argumentationskompetenz ausgebaut werden? Wie kann Mündlichkeit abseits von Rollenspielen im Berufskolleg behandelt werden?
Das Seminar befasst sich mit der Frage, wie mündliche Diskursgattungen wie das Erzählen, das Argumentieren oder das Erklären (Quasthoff) im Unterricht eingesetzt und gefördert werden können und berücksichtigt dabei auch, wie ein analytischer Blick auf Mündlichkeit Anlass für eine Auseinandersetzung mit eigenen kommunikativen Fähigkeiten sein kann.
[Gruppe G2 | Mi. 12-14] Dr. Thomas Bartz: Sprache und Sprachgebrauch untersuchen
Neben dem Lesen, Zuhören, Schreiben und Sprechen gehört die Reflexion über Sprache und ihre Grammatik zu den zentralen Kompetenzbereichen des Deutschunterrichts. Sprachliche Reflexions- und Urteilskompetenz stellt zugleich eine wichtige Voraussetzung für die Kompetenzentwicklung in den übrigen Lernbereichen dar. Trotzdem sind grammatische Themen in der Unterrichtspraxis der Sekundarstufe eher unterrepräsentiert und bei Schüler/-innen wie Lehrkräften unbeliebt. In diesem Seminar erkunden, entwickeln und erproben Sie Modelle der Reflexion über Sprache und Grammatik für den Deutschunterricht, bei denen die Einsichten in die Strukturen der Sprache und ihre Funktionen im Modus des entdeckenden bzw. handlungs- und produktionsorientierten Lernens gewonnen werden. Dabei werden Bedingungen und Chancen des gemeinsamen Lernens im inklusiven Deutschunterricht ebenso berücksichtigt wie Möglichkeiten und Grenzen interaktiver digitale Formate.
Dieses Seminar findet in Präsenz statt und sieht neben Lernstationen die gemeinsame Arbeit im Plenum vor. Die Lernstationen werden in Kleingruppen bearbeitet; seminarbegleitend im Moodle-Kursraum bereitgestellte Materialien ermöglichen Ihnen das vernetzte Arbeiten in den Gruppen sowie in Ihrem eigenen Lerntempo.
[Gruppe G3 | Blockseminar 22.-24.07.25] Lena Meyer: Kommasetzung und ihre Didaktik
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[Gruppe G4 | Di. 10-12] Prof. Dr. Michael Beißwenger: Sprachreflexion und Sprachvergleich mit Sprachlern-Apps
Sprachlern-Apps wie Duolingo, Babbel, Rosetta Stone oder Mango Language bieten die Möglichkeit, die Verständigungsformen fremder Sprachen kennenzulernen und über verschiedene Übungsformate Ausschnitte aus dem Wortschatz und grundlegende Satzbildungsmuster einzuüben. Ein Spieldesign mit Gamification-Elementen und Community-Funktionen, die zum eigenen Lernen und Üben motivieren sollen, spielen für den Erfolg dieser Apps eine wichtige Rolle. Eine Vielzahl an Sprachkursen steht mittlerweile auf diese Weise für das interaktive, übungsgestützte Selbstlernen zur Verfügung: von den großen Sprachen des indoeuropäischen Sprachraums wie Deutsch, Englisch, Spanisch, Französisch, Portugiesisch, Polnisch, Ukrainisch und Russisch über große Sprachen anderer Sprachfamilien (Chinesisch, Japanisch, Koreanisch, Swahili, Türkisch, Arabisch) bis hin zu kleineren (Irisch, Katalanisch, Baskisch) und bedrohten Sprachen (Cherokee, Navajo, Hawaiianisch).
Für den Deutschunterricht bieten Sprachlern-Apps spannende Möglichkeiten für die Untersuchung sprachlicher Vielfalt und für den Sprachvergleich: Ausgehend vom entdeckenden Erkunden der Besonderheiten fremder Sprachen kann das Deutsche im Kontrast zu diesen Sprachen auf verschiedenen Ebenen der Sprachbeschreibung (Wortschatz, Morphologie, Syntax, Pragmatik, Aussprache, Schreibung) hinsichtlich seiner strukturellen und lexikalischen Charakteristika untersucht werden. Dabei können sowohl Sprachen in den Blick genommen werden, die für alle Schülerinnen und Schüler neu sind, als auch in der Schule gelernte Fremdsprachen (z.B. Englisch, Französisch, Spanisch, Latein) sowie Erst- und Zweitsprachen, über die Teile der Klasse bereits verfügen (z.B. Türkisch, Ukrainisch, Arabisch) und die als Ressourcen für den Sprachenvergleich aktiviert werden. Sprachvergleiche dieser Art können einerseits die Bewusstheit für sprachliche Strukturen fördern und andererseits Einsichten in sprachliche Vielfalt vermitteln, die an konkreten Sprachbeispielen erarbeitet werden.
In diesem Seminar werden wir in mehreren Explorationsphasen verschiedene Sprachen mit der App Duolingo erkunden und den Versuch unternehmen, in diesen Sprachen zumindest basale Konversation zu betreiben. Anschließend werden wir die gewählten Sprachen systematisch anhand ausgewählter Merkmale mit dem Deutschen vergleichen und dazu Ideen für die didaktische Integration entsprechender Unterrichtseinheiten in den Deutschunterricht entwickeln.
Neugier auf die Beschäftigung mit fremden Sprachen und die Bereitschaft zum eigenständigen Experimentieren mit Sprachlern-Apps bilden ideale Voraussetzungen für die erfolgreiche Teilnahme am Seminar.
Für Studierende, die die Zusatzqualifikation 'Sprachbildung in mehrsprachiger Gesellschaft' (ZuS) erwerben, ist der erfolgreiche Besuch des Seminars zusätzlich zur Kreditierung in der Germanistik für den ZuS-Bereich C 'Unterrichtsfach und Sprache' anrechenbar. |