Kommentar: |
Mit Jean Racines Tragödie Phèdre (1677) und Mme de Lafayettes Roman La Princesse de Clèves (1678) stehen zwei klassische Texte der französischen Literatur im Mittelpunkt dieses Hauptseminars für Bachelor-Studierende, die auch heute noch zu den meistgelesenen und -rezipierten Werke des 17. Jahrhunderts gehören. Beide Werke handeln von der leidenschaftlichen, aber verbotenen und daher auch unerfüllten Liebe einer Frau und berühren dabei zentrale Themen und Motive des siècle classique wie amour, passion und raison. Ziel des Seminars ist es, durch die intensive gemeinsame Lektüre einen Zugang zur diesen auch sprachlich anspruchsvollen Texten, ihren Gemeinsamkeiten und Unterschieden zu finden. Daneben sollen aber auch gattungsgeschichtliche Fragen zur Tragödie bzw. zum Roman erörtert werden.
Voraussetzung für eine erfolgreiche Teilnahme ist neben einer mündlichen Präsentation eines Aktes (Phèdre) bzw. eines Textabschnittes (Princesse de Clèves) die Abfassung einer rund 15 Seiten umfassenden schriftlichen Hausarbeit bis zum 30. September 2025. Die entsprechende Themenverteilung findet bereits in der ersten Sitzung statt.
Von allen Teilnehmern und Teilnehmerinnen wird die Anschaffung folgender Textausgaben erwartet:
- Jean Racine: Phèdre/Phädra (Französisch/Deutsch), hg. v. W. Steinsieck, Stuttgart (Reclam) 1995
- Mme de Lafayette: La Princesse de Clèves, éd. Geneviève Winter, Paris (Folio+ Lycée) 2019.
Die durch eine erste Lektüre erworbene Kenntnis der Werke wird bereits zu Semesterbeginn vorausgesetzt. Darüber hinaus kann als allgemeine Einführung in die Literatur der französischen Klassik dienen: Jürgen Grimm/ Franziska Sick: „Klassik“, in: Jürgen Grimm/ Susanne Hartwig (Hgg.): Französische Literaturgeschichte, Stuttgart (J.B. Metzler) 62014, S. 150-195. |