Kommentar: |
Philosophische Methoden sind oftmals nicht von der jeweiligen Philosophie selbst zu trennen. So bezeichnet der Begriff Transzendentalphilosophie zugleich Immanuel Kants Philosophie im Ganzen wie auch die Methode, nach den Bedingungen der Möglichkeit von Erkenntnis zu fragen. Hermeneutik ist in der Fassung von Hans-Georg Gadamer sowohl eine bestimmte Methode als auch ein philosophisches Aussagensystem über Sinn, Wahrheit, Geschichte und Erkenntnis, also eine Philosophie. Man kann jedoch zwei sprachphilosophische Methoden, Argumentationstheorie und Diskursanalyse, soweit von ihren originären philosophischen Aussagensystemen trennen – im ersten Fall der logische Positivismus, im zweiten Michel Foucaults historisch-politische Epistemologie – dass sie im Philosophieunterricht gezielt zur Förderung von Argumentations- und Urteilskompetenz eingesetzt werden können.
Nach einer kurzen Sensibilisierung für die Unterscheidung von philosophischen und fachdidaktischen Methoden sowie die Bedeutung von philosophischen Methoden, soll zunächst die Argumentationstheorie anhand neuster fachdidaktischer Handreichungen inklusive lernprogressiver Aufgabenstellungen behandelt werden. Danach wird die Diskursanalyse anhand von „Der Ordnung des Diskurses“ vorgestellt und an Beispielen angewendet. |
Literatur: |
Franzen, Burkard, Löwenstein (Hg.), Argumentieren lernen. Aufgaben für den Philosophie- und Ethikunterricht, 2022 – CC BY-NC-SA 4.0, Open Access;
Michel Foucault, Die Ordnung des Diskurses, Frankfurt am Main: Fischer Verlag 2003. |