Kommentar: |
Wenn ich mir meinen Finger in der Tür einklemme, dann empfinde ich einen bestimmten Schmerz. Dabei scheint diese Schmerzempfindung irgendetwas damit zu tun zu haben, dass ich mir gerade meinen Finger in der Tür eingeklemmt habe. D.h. die Schmerzempfindung scheint etwas damit zu tun zu haben, dass durch das Eingeklemmtsein in meinem Finger bestimmte physiologische Prozesse verursacht wurden, die u.a. bestimmte Gehirnaktivitäten involvieren. Allerdings stellt sich die Frage, was meine physiologischen und neuronalen Prozesse mit meiner Schmerzempfindung zu tun haben. Warum gehen manche physiologischen und neuronalen Prozesse überhaupt mit subjektiven Erfahrungen wie Schmerzempfindungen einher und in welchem Verhältnis stehen die subjektiven Erfahrungen zu physiologischen/neuronalen Prozessen? Diese und verwandte Fragen werden in der Philosophie des Geistes behandelt. Die Frage, warum manche physiologischen und neuronalen Prozesse überhaupt mit subjektiven Erfahrungen einhergehen, ist auch unter dem Namen „The Hard Problem of Consciousness“ bekannt. Die Frage nach dem Verhältnis zwischen mentalen Zuständen und Prozessen wie Schmerzempfindungen (aber auch Gefühlen, Wünschen, Hoffnungen etc.) einerseits und physiologischen/neuronalen Zuständen und Prozessen andererseits ist das Körper-Geist-Problem („Mind-Body-Problem“). Eine zentrale Frage im Zusammenhang mit dem „Hard Problem“ und dem Körper-Geist-Problem ist dabei die Frage nach der Natur mentaler Zustände. Ziel des Seminars ist es, die Studierenden anhand der Lektüre von Klassikern der Analytischen Philosophie des Geistes in die zentralen Probleme und Positionen dieser philosophischen Disziplin einzuführen. Die Studierenden sollen lernen, die einzelnen Positionen kritisch zu prüfen und ein grundlegendes Verständnis der Probleme entwickeln. |