Kommentar: |
In diesem Seminar beschäftigen wir uns mit der Frage nach der Existenz und der Natur sozialer Gruppen, einer der zentralen Fragen der Sozialontologie. Damit im Zusammenhang stehen Fragen wie ‚Können soziale Gruppen Gedanken und Gefühle haben?‘ und ‚Können soziale Gruppen Handlungen ausüben?‘. Die Frage nach der Existenz und der Natur sozialer Gruppen ist nicht nur theoretisch-metaphysisch interessant, sondern hat auch praktisch-ethische Relevanz. So wird die Einteilung von Gruppen anhand von z.B. Gender und Race aus moralisch-ethischer Perspektive kritisch diskutiert. Zudem wird es bei der Behandlung obiger Fragen Überschneidungen mit der sozialen Erkenntnistheorie und der (sozialen) Sprachphilosophie geben. In beiden Gebieten spielen die Existenz und die Natur sozialer Gruppen eine wichtige Rolle. So stellt sich in der sozialen Erkenntnistheorie die Frage, ob wir Gruppen sinnvollerweise epistemische Zustände wie Glaubenszustände und Wissenszustände zuschreiben können. In der Sprachphilosophie beschäftigen sich Philosophen zum einen mit der Frage, worauf sich Ausdrücke für soziale Gruppen wie ‚Philosophen‘ beziehen. Zum anderen untersuchen Sprachphilosoph:innen, wie anhand von Sprache soziale Gruppen gebildet werden, indem z.B. ein bestimmter Slang oder Soziolekt gesprochen wird. Beide Fragen kommen in der Untersuchung so genannter Slurs zusammen. Slurs sind Ausdrücke, die soziale Gruppen auf abwertende Weise bezeichnen und gehören oftmals einem bestimmten Soziolekt an. Dabei stellt sich erneut die Frage, was solche abwertenden Ausdrücke bezeichnen und ob sie überhaupt etwas bezeichnen. Schließlich haben feministische Philosoph:innen infolge der Arbeiten von Sally Haslanger die Auffassung vertreten, dass unsere Begriffe von Gender und Race im Sinne des Conceptual Engineering veränderbar sind, was zu der Frage führt, was unserer Klassifikation sozialer Gruppen überhaupt zugrunde liegt. All diesen Fragen werden wir uns in dem Seminar anhand der Lektüre zentraler Texte widmen. Dabei sollen die Studierenden ein Verständnis der wichtigsten Positionen entwickeln und lernen, diese kritisch zu diskutieren. |
Bemerkung: |
B.A. LA GyGe: M5; M10; M8: SE Kulturphil. / Ästhetik
B.A. LA HRSGe: M5 A/B; M7: SE Kulturphil. / Ästhetik
B.A. Angewandte Philosophie: M5; M10; M8: SE Kulturphil. / Ästhetik
M.A. Philosophie: M1d, 2d, 3d: SE Kultur- und Sozialphilosophie
M.Ed. GyGe (ab WS 2014/15): M5; M11
M.Ed. HRSGe (ab WS 2014/15): M5
M.A. Theorie des Sozialen: Kernmodul P1: SE Sozialontologie |