Gruppe 1:
De Boer: Proseminar Europäische Regionalgeschichte: Die Eroberung Südamerikas. Die Errichtung der spanischen und portugiesischen Kolonialreiche im 16. Jahrhundert
2-Fach-Bachelor BA Lehramt HRSGe BA Lehramt HRSGe SoPäd BA Lehramt GyGe
Grundlagenmodul 3 und 4, Frühe Neuzeit
Auf die europäische Entdeckung der Amerikas seit 1492 folgte im Laufe des 16. Jahrhunderts die Errichtung von Kolonialreichen durch Spanien und Portugal in Süd- und Mittelamerika. In diesem Prozess veränderten sich für die Menschen auf beiden Seiten des Atlantiks die Lebenswirklichkeiten dramatisch. Das Seminar behandelt die Unterwerfung der Azteken und Inkas sowie die Gründung der Vizekönigreiche Neuspanien und Peru durch Spanien und die Kolonialisierung Brasiliens durch Portugal. Neben der politischen Situation, der Wirtschaft und der Verwaltung der Kolonialreiche wird ebenso deren Kulturgeschichte diskutiert. Mit der neueren Forschung soll dabei Handlungsmacht (Agency) nicht nur auf Seiten der Eroberer und der Kolonialmächte, sondern auf derjenigen der Kolonialisierten identifiziert werden.
Literaturhinweise:
Reinhard, Wolfgang: Die Unterwerfung der Welt. Globalgeschichte der europäischen Expansion 1415-2015. München 2016; Brendecke, Arndt: Imperium und Empirie. Funktionen des Wissens in der spanischen Kolonialherrschaft. Köln/Weimar/Wien 2009.
Gruppe 2:
De Boer: Proseminar Europäische Regionalgeschichte: Humanistische Freundschaften. Regionale und europäische Beziehungsnetzwerke
2-Fach-Bachelor BA Lehramt HRSGe BA Lehramt HRSGe SoPäd BA Lehramt GyGe
Grundlagenmodul 3 und 4, Frühe Neuzeit
Für den Humanismus konstitutiv waren Freundschaftsbindungen. Diese konnten lokal und regional geschlossen werden, etwa während des Studiums oder innerhalb von einer Stadt, sich aber ebenso überregional entfalten. Briefe, Widmungen, Geschenke und Bilder bezeugen diese Netzwerke. Freundschaften zu haben, stärkte die eigene Position und die Zugehörigkeit zur Bewegung, schuf Ansehen und sicherte den ersehnten Ruhm. Das Seminar befasst sich anhand ausgewählter Quellen mit dem Phänomen der humanistischen Freundschaft. Dabei werden die verschiedenen Phasen, vom Knüpfen von Freundschaft über deren Bestehen bis hin zum möglichen Bruch diskutiert. Neben den europäischen Netzwerken prominenter Humanisten wie Erasmus von Rotterdam wird ein Schwerpunkt auf lokale Gelehrtenkreise insbesondere in Nordwestdeutschland und den Niederlanden gelegt. Zeitlich konzentriert sich das Seminar auf das 15. und 16. Jahrhundert.
Literaturhinweise:
Kipf, Johannes Klaus: Humanistische Freundschaft im Brief. Zur Bedeutung von amicus, amicitia und verwandter Begriffe in Briefcorpora deutscher Humanisten 1480-1520, in: Verwandtschaft, Freundschaft, Bruderschaft. Soziale Lebens- und Kommunikationsformen im Mittelalter, hrsg. v. Gerhard Krieger, Berlin 2009, 491-509; McLean, Paul D.: The Art of the Network. Strategic Interaction and Patronage in Renaissance Florence. Durham/London 2007.
|