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Die Veranstaltung wurde 1 mal im Vorlesungsverzeichnis SoSe 2025 gefunden:
  • Funktionen:
Übungen ab 3. Fachsemester: Neuere und Neueste Geschichte (3 Gruppen)    Sprache: Deutsch    Belegpflicht
(Keine Nummer) Übung     SoSe 2025     keine Übernahme    
   Lehreinheit: Geschichte    
 
   Zugeordnete Lehrpersonen:   Becker ,   Bennemann ,   Barth
 
   Gruppe:
G1   
Zur Zeit keine Belegung möglich
   Termin: Donnerstag   10:00  -  12:00    wöch.    Maximal 35 Teilnehmer/-in
Beginn : 17.04.2025   
      Raum :   V15 R02 G70   V15R  
  Becker, ÜB
 
 
   Gruppe:
G2   
Zur Zeit keine Belegung möglich
   Termin: Donnerstag   12:00  -  14:00    wöch.    Maximal 35 Teilnehmer/-in
Beginn : 17.04.2025   
      Raum :   R12 S05 H20   R12S  
  Bennemann, ÜB
 
 
   Gruppe:
G3   
Zur Zeit keine Belegung möglich
   Termin: Freitag   12:00  -  14:00    wöch.    Maximal 35 Teilnehmer/-in
Beginn : 25.04.2025   
      Raum :   R12 V05 D81   R12V  
  Barth, ÜB
 
 
 
   Bemerkung:

Gruppe 1:

Becker: Übung: Deutsche Besatzungsherrschaft im Zweiten Weltkrieg. Das Beispiel Norwegen

2-Fach-Bachelor
BA Lehramt HRSGe
BA Lehramt HRSGe SoPäd
BA Lehramt GyGe

MA Lehramt GyGe
2-Fach-Master (Geschichte)

Freie Übung ab dem 3. Grundlagenmodul, Neuzeit

Die deutsche Besatzungsherrschaft in den skandinavischen Staaten Dänemark und Norwegen, die durch das „Unternehmen Weserübung“ vom Frühjahr 1940 unter die Kontrolle des NS-Staates gelangten, hat oft im Schatten der Forschung gestanden. Die vergleichsweise „milde“ Form der Herrschaft, die aus der Ideologie einer gleichsam „schützenden“ Besetzung durch ein stammverwandtes germanisches Volk resultierte, schien eine gründlichere Untersuchung offenbar weniger lohnenswert zu machen. Die Veröffentlichung des unten genannten Tagebuchs gibt Anlass zu einer Überprüfung: Wie konfliktreich oder -arm war das Verhältnis zwischen Besatzern und Besetzten? Wie gestaltete sich der Alltag im besetzten Norwegen? Wie nahmen sich die Vertreter beider Länder wechselseitig wahr?

Literaturhinweise:

„Wenn die Norskes uns schon nicht lieben…“ Das Tagebuch des Dienststellenleiters Heinrich Christen in Norwegen 1941-1943, hg. von Dorothee Wierling, Göttingen 2021.

 

Gruppe 2:

Bennemann: Übung: Lektüreübung zu Ernst Fraenkels „Doppelstaat“

2-Fach-Bachelor
BA Lehramt HRSGe
BA Lehramt HRSGe SoPäd
BA Lehramt GyGe

Freie Übung ab dem 3. Grundlagenmodul, Neuzeit

In seinem Werk „Der Doppelstaat“ (1940/1974) unternahm der Jurist und Politikwissenschaftler Ernst Fraenkel eine Analyse des Herrschaftssystems des Nationalsozialismus, das mittlerweile als Standardwerk gilt. In der Übung lesen wir sowohl ausgewählte Stellen aus dem „Doppelstaat“ als neuere Beiträge der Forschung über diese erste Analyse des NS-Staates.

Literaturhinweise:

Ernst Fraenkel: Der Doppelstaat, hg. v. Alexander von Brünneck, Hamburg 42019.
Michael Wildt: Die Transformation des Ausnahmezustands. Ernst Fraenkels Analyse der NS-Herrschaft und ihre politische Aktualität, in: Docupedia-Zeitgeschichte (2011), http://zeitgeschichte-digital.de/doks/291.
Alexander von Brünneck, Horst Dreier, Michael Wildt: ad Ernst Fraenkel: der Doppelstaat, Hamburg 2021.
Jens Meierhenrich: The remnants of the Rechtsstaat: an ethnography of Nazi law, Oxford 2018.

 

Gruppe 3:

Barth: Übung: „Der verlorene John“: Deutsche Frage(n), Kalter Krieg und ein mutmaßlicher Überläufer

2-Fach-Bachelor
BA Lehramt HRSGe
 
BA Lehramt GyGe

MA Lehramt GyGe
2-Fach-Master (Geschichte)

Freie Übung ab dem 3. Grundlagenmodul, Neuere und Neueste Geschichte

Als der Präsident des Bundesverfassungsschutzes im Sommer 1954 unter bis heute nicht vollständig geklärten Umständen die Berliner Sektorengrenze überquerte, blickte er bereits auf eine turbulente Dekade zurück: Otto John war einer der wenigen Mitverschwörer des 20. Juli 1944, dem anschließend die Flucht gelang. Im Londoner Exil diente er der alliierten Rundfunkpropaganda und später der britischen Siegermacht. Spätestens die Beteiligung an den Nürnberger Kriegsverbrecherprozessen brachte ihm die Feindschaft einstiger Wehrmachtsoffiziere ein, die in der frühen Bundesrepublik wieder in einflussreiche Positionen einrückten. Johns Amtszeit an der Spitze des neuen Inlandsnachrichtendienstes war dementsprechend von Scharmützeln und Intrigen geprägt, bis er schließlich das Image des „Verräters“ zu bestätigen schien: Kurz nach der Überfahrt nach Ostberlin präsentierte die DDR Otto John als Kronzeugen einer Militarisierung und Renazifizierung, die (nicht nur) sie der Bonner Republik unterstellte. In einer weiteren Volte flüchtete John schließlich 18 Monate später wieder in die Bundesrepublik. Seiner Behauptung, vom KGB entführt und zu den Einlassungen gezwungen worden zu sein, schenkte der wiederum NS-vorbelastete Bundesgerichtshof keinen Glauben und verurteilte John zu einer über das von der Staatsanwaltschaft geforderte Maß hinausgehenden Haftstrafe.

Die Übung verfolgt anhand der „Affäre John“ die Debatten der frühen Bundesrepublik rund um Westbindung und Wiederbewaffnung vs. neutralisierte Wiedervereinigung sowie das Spannungsfeld von Entnazifizierung und Antikommunismus. In seiner schillernder Person spiegelte sich die dramatische deutsche Geschichte jener Jahre einerseits wider, anderseits wirkte sein Agieren auch auf jene ein. Anhand der Erlebnisse und Aktivitäten Otto Johns soll daher auch das komplexe Verhältnis von Struktur und Akteur in der Geschichte diskutiert werden.

Literaturhinweise:

Gieseking, Erik: Der Fall Otto John. Entführung oder freiwilliger Übertritt in die DDR?, Lauf a.d. Pegnitz 2005.
Schaefer, Klaus: Der Prozess gegen Otto John. Zugleich ein Beitrag zur Justizgeschichte der frühen Bundesrepublik, Marburg 2009.
Wala, Michael/Hett, Benjamin Carter: Otto John. Patriot oder Verräter: Eine deutsche Biographie, Rowohlt, Hamburg 2019.