Moralische Verantwortung ist ein grundlegender Bestandteil unserer moralischen Praktiken und interpersonellen Beziehungen. Sie prägt, wie wir Handlungen und Einstellungen bewerten, und beeinflusst, wem wir Lob oder Tadel zusprechen. Besonders in schwierigen oder grenzwertigen Fällen stellt sich die zentrale Frage, ob und warum jemand moralisch verantwortlich ist.
Dieser Kurs untersucht die Bedingungen und die Natur moralischer Verantwortung, wie sie in der philosophischen Debatte vielfältig interpretiert wurden. Ausgangspunkt ist die Frage nach den zentralen Trennlinien, von denen aus die unterschiedlichen Theorien abzweigen und die maßgeblich zur Vielfalt der Ansätze zur moralischen Verantwortung beitragen. Im weiteren Verlauf werden verschiedene Ansätze vorgestellt, die unterschiedliche Bedingungen des Verantwortlichseins formulieren und je eigene Antworten auf die Frage formulieren, was es bedeutet, für etwas moralisch verantwortlich zu sein.
Eine wichtige Hintergrundfrage begleitet uns dabei: Lassen sich tatsächlich verschiedene Arten von moralischer Verantwortung sinnvoll unterscheiden, oder handelt es sich letztlich um Phänomene die durch eine einheitliche Verantwortungskonzeption eingefangen werden können?
Das Seminar setzt auf eine gemeinsame, diskursive Textanalyse, bei der die Lektüre der englischsprachigen Texte und die aktive Teilnahme an lebhaften Diskussionen im Vordergrund stehen. Ziel ist es, die Argumente und Positionen der Autorinnen und Autoren gemeinsam zu erschließen und kritisch zu bewerten. Fragen und Kommentare zu den Texten sind ausdrücklich erwünscht und ein wichtiger Bestandteil der gemeinsamen Arbeit.
Das Ziel des Kurses ist es, durch die gemeinsamen Analysen und Diskussionen ein fundiertes Verständnis der jeweiligen Stärken und Schwächen zu entwickeln. |