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Literatur III - Literarhistorisches Seminar II - Einzelansicht

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Grunddaten
Veranstaltungsart Seminar Langtext
Veranstaltungsnummer Kurztext
Semester WiSe 2023/24 SWS 2
Erwartete Teilnehmer/-innen Max. Teilnehmer/-innen
Credits Belegung Belegpflicht
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Sprache Deutsch
Belegungsfrist Anmeldefrist Germanistik Seminare    15.08.2023 - 05.11.2023   
Einrichtung :
Germanistik
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Mi. 12:00 bis 14:00 c.t. wöch. 11.10.2023 bis 31.01.2024  R11T - R11 T04 C84   Pontzen: Wasserfrauen. Von Homer bis Simone Buchholz 24.01.2024: FÄLLT AUS 35
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Mo. 14:00 bis 16:00 wöch. 09.10.2023 bis 29.01.2024  R11T - R11 T04 C36   Dr. Reinhardt-Becker, Elke: Ehebruchsromane des Realismus 27.11.2023:  35
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Do. 14:00 bis 16:00 wöch. R12R - R12 R05 A52   Schlicht: Literaturen aus Österreich   15
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Do. 12:00 bis 14:00 wöch. 12.10.2023 bis 01.02.2024  S06S - S06 S00 B29   Dr. Liane Schüller zus. mit Peter Ellenbruch: Kultur der Weimarer Republik in Literatur und Film   35
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Mi. 10:00 bis 12:00 c.t. wöch. 11.10.2023 bis 31.01.2024  R11T - R11 T04 C06   Steinmayr: Universität und Studium in der Literatur von Eichendorff bis Kafka   35
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Do. 10:00 bis 12:00 wöch. V15R - V15 R04 H25   Dr. Philipp Böttcher: Frührealistisches Erzählen   35
Gruppe G6:
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Zugeordnete Personen
Zugeordnete Personen Zuständigkeit
Pontzen, Alexandra, Professorin, Dr.
Steinmayr, Markus , Dr.
Reinhardt-Becker, Elke , Dr.
Schüller, Liane , Dr.
Schlicht, Corinna , Prof. Dr.
Böttcher, Philipp , Dr.
Zuordnung zu Einrichtungen
Germanistik
Inhalt
Kommentar

Gruppe 1: Prof. Dr. Alexandra Pontzen – Wasserfrauen

Die Verbindung von Frauen mit dem Element Wasser findet sich kulturübergreifend in Kunst und Literatur. Das Seminar verfolgt die Motivtradition in (vorrangig deutschsprachigen) literarischen Texten von der Romantik bis in die unmittelbare Gegenwart und fragt nach Kontinuitäten und Brücken der Darstellung, Wertung, Kontextualisierung sowie möglichen Deutungsansätzen unterschiedlicher Provenienz.

Primärliteratur

Homer: Odyssee. Übersetzung, Nachwort und Register von Roland Hampe. Stuttgart 2019, Zwölfter Gesang, Verse 36–54; 142–200. (wird als scan zur Verfügung gestellt)

Johann Wolfgang Goethe: Der Fischer. In: Ders.: Gedichte 1756–1799. Hg. v. Karl Eibl. Frankfurt a.M./Berlin 2010, S. 302–303 (Text); 1021–1022 (Kommentar). (wird als scan zur Verfügung gestellt)

Zur Anschaffung:

Friedrich de la Motte Fouqué: Undine (Reclam)

Ingeborg Bachmann: Undine geht (Piper; im Erzählband: Das dreißigste Jahr)

Judith Herrmann: Daheim (S. Fischer)

Simone Buchholz: Unsterblich sind nur die anderen (TB Suhrkamp)

 

Gruppe 2: Dr. Elke Reinhardt-Becker – Ehebruchsromane des Realismus

Mit der Erfindung der romantischen Liebe um 1800, in der die verstehende Liebe, Sexualität, Freundschaft und Ehe zum ersten Mal zusammen gedacht wurden, entstand im 19. Jahrhunderts ein nicht unerhebliches Problem. Die romantische Gefühlswelt, in Zeitschriften und Romanen propagiert, sorgte im Leben der Leserinnen und Leser bisweilen für Verheerungen. Dort, wo immer noch arrangierte Ehen geschlossen wurden, machte die Lektüre nun den Abstand zwischen Ideal und Wirklichkeit schmerzlich sichtbar. Wer auf Romantik nicht verzichten wollte, wurde anfällig für den Ehebruch. Der realgeschichtlich gleitende Übergang von den Vernunft- zu den Liebesehen drückte sich im kollektiven Imaginären in der Ehebruchsfantasie aus; der Ehebrecher zeigte, wie unzulänglich die alte Heiratspraxis war und bewies gleichzeitig, dass gegen die Macht der Liebe ohnehin nicht anzukommen war. 

Die großen Ehebruchsromane des 19. Jahrhunderts spielten virtuos auf dieser Klaviatur. Tolstois „Anna Karenina“ (1877), Fontanes „Effi Briest“ (1895), Flauberts „Madame Bovary“ (1857), Clarins „Präsidentin“ (1884/5), Queiroz’ „Vetter Basilio“ (1878) – sie alle zeigten Frauen, die sich in (Versorgungs-)Ehen mit zumeist deutlich älteren Männern langweilten und in der Folge außereheliche Verbindungen eingingen. Für Effi und ihre Schwestern endet das Abenteuer tragisch, sie verlieren ihre Familie, ihre Kinder, ihre gesellschaftliche Position und letztlich ihr Leben.

Verbindliche Primärliteratur für alle Seminarteilnehmer*innen: Theodor Fontane Roman „Effi Briest“ (1895) (Reclam XL) und Marie von Ebner-Eschenbach: „Unsühnbar“ (1890).

 

Gruppe 3: PD Dr. Corinna Schlicht - Literaturen aus Österreich

Wir wollen uns in diesem Seminar in historischer Perspektive verschiedenen Texten österreichischer Schriftstellerinnen und Schriftstellern widmen. Dabei geht es weniger um Fragen von Nationalliteraturgeschichtsschreibung als vielmehr darum, das Feld deutschsprachiger Literatur vom 19. Jahrhundert bis zur Gegenwart zu erkunden und nach etwaigen Spezifika 'österreichischer Literatur' zu suchen.

Dazu lesen Sie bitte die im Folgenden aufgelisteten literarischen Texte in den hier genannten Textausgaben (die Ausgaben enthalten Kommentare und Vor-/Nachworte, die Teil der Seminararbeit sind, daher ist es wenig sinnvoll auf anderen Textausgaben auszuweichen):

  • Marie von Ebner-Eschenbach: Lotti, die Uhrmacherin (Residenz)
  • Arthur Schnitzler: Liebelei (Reclam)
  • Ödön von Horváth: Geschichten aus dem Wiener Wald (Suhrkamp Basis Bibliothek)
  • Ilse Aichinger: Die größere Hoffnung (Fischer TB)
  • Thomas Bernhard: Der Theatermacher (Suhrkamp)

Die Forschungsliteratur wird zu Beginn des Semesters bekannt gegeben. Bitte merken Sie sich diesen Termin vor: Am 6.1.2024 gibt es im Theater Duisburg ein Gastspiel des Berliner Ensembles, das Thomas Bernhards Der Theatermacher spielt. Es ist geplant, dass wir als Seminargruppe zu dieser Aufführung gemeinsam ins Theater gehen. Genauers dazu wie auch zu den Seminarmodalitäten erfahren Sie in der ersten Sitzung.

Gruppe 4: Dr. Liane Schüller - Kultur der Weimarer Republik in Literatur und Film

ACHTUNG: Dies ist ein Seminar, das gemeinsam von Liane Schüller und Peter Ellenbruch angeboten wird – der Raum für dieses Seminar (mit nominell doppelter Teilnehmendenzahl) ist: S06 S00 B29

Im Seminar widmen wir uns ausgewählten Texten und Filmen aus der Zeit der Weimarer Republik, mit einem Schwerpunkt auf Werken aus der Spätphase der Republik Ende der 1920er, Anfang der 1930er Jahre. Wir erarbeiten, auf welche Weise sie zentrale Diskurse der Zeit, etwa die radikale Änderung der Geschlechterverhältnisse, den sich wandelnden Arbeitsmarkt und die Expansion von Kultur und Medien motivisch und auf narrative Weise aufgreifen und/oder traditionelle Erzählmuster variieren. Auch werden wir uns mit der Frage auseinandersetzen, inwieweit die Texte und Filme Konzepte neusachlicher Programmatik realisieren. Darüber hinaus werden auch größere Topoi wie die Großstadtgesellschaft der Moderne oder gesellschaftlich-politische Entwicklungen in den Motivanalysen eine Rolle spielen.

Folgende Texte bilden den Schwerpunkt des Seminars und sollten zu Beginn des Seminars gelesen sein:

  • Gabriele Tergit: Käsebier erobert den Kurfürstendamm (1931)
  • Gabriele Tergit: Vom Frühling und von der Einsamkeit. Reportagen aus den Gerichten. Hg. von N. Henneberg. Frankfurt a. Main, 2020 oder als antiquarisch zu erwerbende Ausgabe: Gabriele Tergit: Wer schießt aus Liebe? Gerichtsreportagen. Hg. von J. Brüning. Berlin, 1999.
  • Auch werden folgende Filme Bestandteil des Seminars sein (und sind als sekundärmediale Fassungen auf DVD oder als Datei verbreitet genug, dass jene von allen gesichtet werden können, greifbar z.B. in der Stadtbibliothek Essen):
  • DIE BÜCHSE DER PANDORA (1929, G. W. Pabst)
  • MENSCHEN AM SONNTAG (1929/30, Robert Siodmak / Edgar Ulmer)
  • M (1931, Fritz Lang)

 

Gruppe 5: Markus Steinmayr: Universität und Studium in der Literatur von Eichendorff bis Kafka

 Spätestens mit dem Attentat des Theologiestudenten Karl Ludwig Sand am 23. März 1819 auf den Dichter August von Kotzebue ist der Student für das 19. Jahrhundert literaturfähig geworden. Aber was heißt es eigentlich, zu Beginn der 19. Jahrhunderts Student zu sein? Dient die Figur ‚Student’ als Möglichkeit, soziale Verhältnisse zu beschreiben oder gar zu kritisieren? Wie funktioniert die romantische Universität? Welche Rolle spielt die Erinnerung ans Studium und die Vergangenheit der Institution Universität in Eichendorffs Halle und Heidelberg? Welche Rolle spielen die Studenten in Eichendorffs Ahnung und Gegenwart und Aus dem Leben eines Taugenichts? Warum scheitern Studenten am Leben - wie Hugo Großmann in Theodor Fontanes Mathilde Möhring? Wie lassen sich die zahlreichen Autodidakten und scheiternden Studenten in Wilhelm Raabes Werk verstehen? Warum spricht ein Affe bei Franz Kafka vor einer Akademie und berichtet über seine Menschwerdung?

 Vorausgesetzt wird ein Interesse an sozialgeschichtlichen Fragestellungen der Literaturwissenschaft. Kontext der Lektüren von Texten aus der Romantik und dem Realismus  bilden universitäts- und wissenschaftsgeschichtliche Fragestellungen. Beginnen werden wir mit der Lektüre der Schriften zur Universitätsreform von Wilhelm von Humboldt, Friedrich Schleiermacher und Johann Gottlieb Fichte aus den Jahren 1809 bis 1813. In diesen Texten wird der Student für das 19. Jahrhundert gleichsam 'erfunden'. 

Das Seminar ist lektüreintensiv. Es daher wird die Bereitschaft vorausgesetzt, sich intensiv mit Texten aus verschiedenen Bereichen (Literatur, Soziologie, Geschichtswissenschaft, Universitätsgeschichte ) zum 19. Jahrhundert auseinanderzusetzen. 

Die genaue Auswahl der Texte wird in der ersten Sitzung bekanntgegeben. Ein digitaler Semesterapparat wird die Lektüren des Seminars unterstützen.

 

Gruppe 6: Dr. Philipp Böttcher: Frührealistisches Erzählen

Für die ‚Epoche‘ zwischen Romantik und Realismus kennt die literaturwissenschaftliche Forschung mindestens fünf Bezeichnungen: Vormärz, Junges Deutschland, Biedermeier bzw. Biedermeierzeit, Restaurationszeit und Frührealismus. Diese zum Teil konkurrierenden, zum Teil in Kombination zu findenden Begriffe sind heterogenen Ursprungs und beruhen auf je eigenen Zugängen zu einer literaturgeschichtlich vielgestaltigen Periode. Mit dem Terminus ‚Frührealismus‘ möchte das Seminar an die Diskussion um diesen – im schulischen Kontext viel selbstverständlicher verwendeten – Begriff anknüpfen (vgl. etwa Fülleborn 1974, Blamberger/Engel/Ritzer 1991, Schönert 2002) – nicht jedoch im Sinne einer allgemeinen Epochenzuschreibung, sondern im Interesse an spezifischen Darstellungsanliegen, literarischen Verfahren Erzählweisen, die sich als richtungsweisend im Hinblick auf den Mitte des 19. Jahrhunderts vollzogenen ‚Epochenwechsel‘ lesen lassen.

Kurzum: Im Seminar werden wir lauter wichtige und erkenntnisreiche Erzähltexte aus dem Zeitraum zwischen 1818 und 1851 untersuchen und diskutieren. Dazu gehören u. a. Texte von: Achim von Arnim, Annette von Droste-Hülshoff, E.T.A. Hoffmann, Ludwig Tieck, Franz Grillparzer, Berthold Auerbach, Theodor Storm und Adalbert Stifter.

Der genaue Seminarplan und die zu erbringenden Studienleistungen werden in der ersten Sitzung bekanntgegeben.

 

Literatur Wegen Literatur beachten Sie bitte den Kommentar.
Bemerkung Zu Scheinbedingungen beachten Sie bitte den Kommentar.

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Die Veranstaltung wurde 8 mal im Vorlesungsverzeichnis WiSe 2023/24 gefunden: