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Die Veranstaltung wurde 1 mal im Vorlesungsverzeichnis SoSe 2026 gefunden:
  • Funktionen:
Proseminare zur Neuesten Zeit (ab 3. Fachsemester), 2 Gruppen    Sprache: Deutsch    Belegpflicht
(Keine Nummer) Proseminar     SoSe 2026     keine Übernahme    
   Lehreinheit: Geschichte    
 
   Zugeordnete Lehrpersonen:   Lenel ,   Hertz ,   Richter
 
   Gruppe:
G1   
Zur Zeit keine Belegung möglich
   Termin: Donnerstag   14:00  -  16:00    wöch.    Maximal 30 Teilnehmer/-in
Beginn : 23.04.2026   
      Raum :   V15 R01 H63   V15R  
  Lenel PS
 
 
   Gruppe:
G2   
Zur Zeit keine Belegung möglich
   Termin: Donnerstag   10:00  -  12:00    wöch.    Maximal 35 Teilnehmer/-in
Beginn : 23.04.2026   
      Raum :   R12 R04 B93   R12R  
  Hertz PS
 
 
 
   Bemerkung:

Gruppe 1:

Lenel: Proseminar: Überbevölkerung oder Geburtenschwund? Bevölkerungsdiskurse vom 18.-21. Jahrhundert

2-Fach-Bachelor
BA Lehramt HRSGe
BA Lehramt HRSGe SoPäd
BA Lehramt GyGe

Wie kürzlich bekannt wurde, will die französische Regierung allen 29-jährigen Französinnen und Franzosen bis zum Sommer 2026 einen Brief schicken, um sie über Fragen der Unfruchtbarkeit und Möglichkeiten der Reproduktionsmedizin aufzuklären. Die Briefkampagne ist Teil der „demographischen Wiederaufrüstung“, die Präsident Emmanuel Macron bereits vor zwei Jahren angekündigt hat. Ängste vor „Überbevölkerung“ und einem „Geburtenschwund“ sind seit dem späten 18. Jahrhundert virulent. Diskussionen über die mögliche Bevölkerungsentwicklung waren und sind dabei immer auch verschränkt mit Debatten über Geschlecht, Sexualität, Moral und Ökonomie. In ihnen verhandeln Gesellschaften Normen und Zukunftsentwürfe, aber auch ökonomisches und politisches Handeln. Nach einer inhaltlichen Einführung nimmt das Proseminar verschiedene Tiefenbohrungen vor. Anhand von Fallstudien vom späten 18. bis ins frühe 21. Jahrhundert geht das Seminar der Debatte, ihrer Verschränkung mit gesellschaftlichen Ängsten und Erwartungen und ihrem Wandel nach. Im Mittelpunkt steht die Arbeit mit Quellen, die von vergangenen Zukünften und ihrer Sprengkraft für die jeweilige Gegenwart erzählen.

Die Veranstaltung kann für ProDiPer angerechnet werden.

 

Gruppe 2:

Hertz: Proseminar: Interviews führen – Geschichte schreiben. „Kinderverschickung“ im Spiegel der Oral History 

2-Fach-Bachelor
BA Lehramt HRSGe
BA Lehramt HRSGe SoPäd
BA Lehramt GyGe

1945–1990 wurden bundesweit über 10 Mio. Kinder alleine auf mehrwöchige Kuren verschickt, viele davon aus oder nach NRW. Tausende „Verschickungskinder“ berichten heute von Gewalterfahrungen. Nach einer Einführung in das Thema sowie in die Methodik der Oral History interviewen die Studierenden in Zweierteams Betroffene. Die Ergebnisse werden auf der Homepage des Betroffenenvereins „Aufarbeitung Kinderverschickungen-NRW“ (https://kinderverschickungen-nrw.de/) veröffentlicht, um so einen nachhaltigen Beitrag zur Aufarbeitung dieses Massenphänomens zu leisten.

Literaturhinweise:

Hertz, Helge-Fabien: „Kinderverschickung“ 1945–1990. Forschung im Spannungsfeld von Betroffeneninitiativen, Citizen Science und medialer Berichterstattung. In: INDES. Zeitschrift für Politik und Gesellschaft 11, 03/04 (2024), Kindheit und Politik, S. 197–213.
Nützenadel, Alexander/Hauser, Nils/Krautter, Jonathan [u. a.]: Abschlussbericht zum Forschungsprojekt. Die Geschichte der Kinderkuren und Kindererholungsmaßnahmen in der Bundesrepublik 1945–1989. Berlin 2025.
Röhl, Anja: Das Elend der Verschickungskinder. Kindererholungsheime als Orte der Gewalt. Gießen 2021.
von Miquel, Marc: Verschickungskinder in Nordrhein-Westfalen nach 1945. Organisation, quantitative Befunde und Forschungsfragen, 2021. URL: https://url.nrw/Studie_Verschickungskinder